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2009.01.19 17:04:42
(10)
Szerző: Losonczi István
Cimkék: prax


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Die Republik Ungarn


Ungarn liegt in Mitteleuropa im Karpatenbecken. Das Gebiet umfasst 93.000 km2. Ungarn grenzt im Westen an Österreich, im Norden an die Slowakei, im Osten an die Ukraine, im Süden an Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien. Ungarn hat 10.197 Millionen Einwohner (2001). Die Hauptstadt heißt Budapest. Ungarn besteht aus 19 Komitaten .

1. Geografische Regionen
Zwei Drittel des Territoriums Ungarns sind Flachland. Ungarn weist sechs Großlandschaften auf: die Große Tiefebene, die Kleine Tiefebene, das Westungarische Alpenvorland, das Transdanubische Hügelland, das Transdanubische Mittelgebirge und das Nordungarische Mittelgebirge.

1.1. Die Große Tiefebene
Die Große Tiefebene nimmt etwa die Hälfte der gesamten Fläche Ungarns ein. Die Landschaft wird von der Theiß zweigeteilt: ins Donau-Theiß-Zwischenstromland und in die Gegend jenseits der Theiß. Beide Teile bestehen aus ähnlichen Landschaftstypen: zwischen den Flüssen erstrecken sich höher gelegene Lößrücken, die mit ihren Schwarzerdeböden die besten Voraussetzungen für Ackerbau bieten. Hier befinden sich auch Gebiete mit teils auch heute noch beweglichen Flugsanddünen. Einige Teile sind als Puszta bekannt. Diese heute meistens völlig baumlose Landschaft wurde teils im Rahmen von zwei Nationalparks (Kiskunság- und Hortobágy-Nationalpark) unter Naturschutz gestellt.

1.2. Die Kleine Tiefebene
Die Kleine Tiefebene ist eine von der Donau und ihren Nebenflüssen durchzogene Landschaft im Nordwesten Ungarns. Das Kernstück der Kleinen Tiefebene ist das Becken von GyQr, wo die Donau die Nebenflüsse Raab, Rabnitz und Marcal aufnimmt. Landschaftliche Anzieh-ungskräfte sind die Schwemmkegelinsel Kleine Schütt (Szigetköz) , der Neusiedler See und die Basaltkuppen der Somló bei Devecser und der Sághegy bei Celldömölk.

1.3. Das Westungarische Alpenvorland
Das Westungarische Alpenvorland grenzt an die Kleine Tiefebene. Hierher gehören das Soproner und das KQszeger Gebirge.

1.4. Das Transdanubische Hügelland weist unterschiedliche Landschaftstypen auf. Im Westen erstreckt sich eine Hügellandschaft (Vasi-Zalai-dombság) mit Tonboden und relativ viel Niederschlag. Im Osten erstreckt sich eine Hügellandschaft (Somogyi-Tolnai-Baranyai-dombság) mit Sand- und Lößboden.

1.5. Das Transdanubische Mittelgebirge
Das Transdanubische Mittelgebirge ist die größte Gebirgslandschaft Ungarns. Viele Gebirge (z.B. Bakony, Vértes, Gerecse ...) und Becken gehören hierher.

1.6. Das Nordungarische Mittelgebirge
Das Nordungarische Mittelgebirge umfasst z.B. das Börzsöny-, Cserhát-, Mátra-, Bükk-Gebirge...). In der Mátra befindet sich der höchste Gipfel Ungarns, der Kékes (1015 Meter).

2. Gewässer
Die bedeutendsten Flüsse sind die Donau, die Theiß und die Raab., die Drau, die Maros, die Körös

Die größten Seen sind der Plattensee(598 km2), als größter Süßwassersee Mitteleuropas, der Neusiedler See, der Velencesee und der Theiß-See bei Tiszafüred.

Ungarn gehört zu den an Heil- und Mineralquellen reichsten Ländern Europas. Auf die Größe der Wasseroberfläche bezogen, ist der Hévízer See der größte Thermalsee der Welt.

3. Klima
Ungarn liegt am Schnittpunkt des osteuropäischen kontinentalen, des westeuropäischen ozeanischen und des subtropisch mediterranen Klimas. So ist das Wetter wechselhaft. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 10-12 Grad Celsius, der wärmste Monat ist der Juli (24,7 Grad Celsius), der kälteste Monat ist Januar (-1,2 Grad Celsius) . Die Zahl der Sonnenstunden liegt bei 2000. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 561 mm. Die Anzahl der Schneetage schwankt zwischen 30 und 100. Es kommen aber auch völlig schneelose Winter vor, deshalb sind die Wintersportmöglichkeiten in Ungarn sehr ungewiss. Daraus folgt, dass der Einsaison-Tourismus für den Fremdenverkehr Ungarns charakteristisch ist.

4. Pflanzen- und Tierwelt
18% des Gebietes von Ungarn sind von Wäldern bedeckt. Etwa 20-30% der Tierwelt sind besonders wertvoll, weswegen viele Tierarten mit ihren Lebensräumen unter Schutz gestellt wurden. Der Groß- und Kleinwildbestand hat auch für den Jagdsport Bedeutung.

5. Staatsaufbau
Seit dem 23. Oktober 1989 ist Ungarn eine Republik.
Die oberste Staatsgewalt liegt bei der Nationalversammlung, die ein Einkammer-
parlament mit 386 Abgeordneten ist, das auf vier Jahre gewählt wird. Das auf fünf Jahre vom Parlament gewählte Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident. Auf den Vorschlag des Staatspräsidenten hin, wird der Ministerpräsident, entsprechend dem Parlamentszyklus, auf 4 Jahre vom Parlament gewählt. Dieses ernennt dann die Regierungsmitglieder.

6. Wirtschaft
6.1. Ungarn ist ein Industrie-Agrar-Land.
66% des Staatsgebietes sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Die steppenhafte Puszta ist grundsätzlich in intensiv genutztes Kulturland umgewandelt worden: Ackerland, Wälder, Wiesen, Wein-, Obst- und sonstige Gärten. Wichtigste landwirtschaftliche Produkte sind Mais, Weizen, Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln, Sonnenblumen, Roggen, Trauben, Obst und Industriepflanzen. Es werden hier vor allem Schweine, Schafe, Rinder, Geflügel gezüchtet. In Transdanubien sind Gemüse- und Obstbau von großer Bedeutung. Sopron, die Berghänge des Mecsek sowie der Plattensee und seine Umgebung sind berühmte Weinanbaugebiete. Auf den Hügeln der Mátra und der Tiefebene liegt das Weinanbaugebiet Gyöngyös. An diesen Hängen wachsen die berühmten Weine von Eger, etwas weiter östlich, auf den Abhängen der Zempléner Berge, liegt das Weinanbaugebiet Tokaj.

Bedeutende Bodenschätze sind Braunkohle, Steinkohle, Uran, Erdöl, Bauxit, Kupfer und Mangan. Die meisten dieser Vorkommen reichen jedoch nicht einmal für die Eigenversorgung aus. Im Energiesektor war die Kohlegewinnung rückläufig, deshalb wurden moderne Energieträger gefördert (Kernkraftwerk in Paks). Die Erdölförderung ist nicht mehr steigerungsfähig, die Erdgasproduktion reicht zur Deckung des Inlandbedarfes aus.

Bedeutende Industriezweige sind Elektromechanik, Maschinenbau, Walzlagerindustrie und Fahrzeugbau, Textilindustrie, chemische Industrie, Metallindustrie und Lebensmittelindustrie. Die wichtigsten Industrieprodukte sind Stahl, Aluminium, Zement, chemische Produkte, Kunstdünger, Maschinen, Textilien und Nahrungsmittel.

Ausfuhrgüter von Bedeutung sind Maschinen, Rohstoffe und Nahrungsmittel. Die bedeutendsten Handelspartner sind Deutschland, Österreich, Russland, Tschechien, die Slowakei, Polen und Italien. 70% des Warenexports gehen in die EU.

6.2. Die ungarische Wirtschaft zwischen 1987-2004
Die Struktur der ungarischen Wirtschaft formte sich nach 1989 völlig um. Wie im politischen System mit dem Übergang vom Einparteiensystem zum Mehrparteiensystem, fand auch in der Wirtschaft ein Strukturwandel statt, der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft.

Die Schaffung einer Marktwirtschaft wurde zum wichtigsten Ziel der Wirtschaftspolitik.
Das zweistufige Banksystem wurde neu belebt (1987), ein einheitliches Steuersystem wurde eingeführt (Körperschaftssteuer, Einkommenssteuer, allgemeine Mehrwertsteuer 1988), Gesetze über die Wirtschaftsgesellschaften und über ausländische Investitionen in Ungarn wurden verabschiedet (1988), es kam zur Privatisierung.

Im Privatisierungsprozess spielt und spielte das Auslandskapital eine wichtige Rolle.
Neue Gesetze traten bezüglich der Pensionierung, der Wohnungswirtschaft, des Gesundheits- und Unterrichtswesens in Kraft.

Der Geldmarkt wurde einheitlicher geregelt. Es gibt schon eine beträchtliche Zahl an Geldinstituten.

Ungarn gelang es, den Außenhandel von der Konzentration auf Ostmärkte auf westliche Märkte umzuorientieren.

Anfang 1992 trat der mit der EG abgeschlossene Assoziierungsvertrag in Kraft. Am 1. April 1994 hat der damalige Außenminister, Géza Jeszenszky der EU den Beitrittsantrag der Ungarischen Republik überreicht. Seit dem 1. Mai 2004 ist Ungarn Mitglied der EU. Ungarn ist seit 1955 Mitglied der Organisation der vereinten Nationen (UNO) und seit 1973 Mitglied des GATT (General Agreement on Tariffs and Trade /Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen 1947/). 1982 trat Ungarn dem Internationalen Währungsfonds (IMF) und der Weltbank (IBRD) bei. 1990 wurde Ungarn als 24. Mitglied in den Europarat aufgenommen.

6.3. Kosten des Strukturwechsels
Der Strukturwechsel in der Wirtschaft hatte aber seine Kosten. Die soziale Belastung der Bevölkerung wuchs durch explosionsartige Preiserhöhungen, sinkenden Lebensstandard infolge der Arbeitslosigkeit, Lücken im sozialen Netz und mangelnder Interessenvertretung. Die Auslandverschuldung stieg, die konjunkturelle Flaute war ein Problem.

Gesamtwirtschaftlich haben sich die Probleme 1991 noch verschärft. Die Schwachstellen lagen in folgenden Bereichen: drastisches Sinken des BIP, hohes Haushaltsdefizit, hohe Inflationsrate, mangelnde Konvertibilität des Forints, Verlangsamung der Privatisierung, Abschaffung der Schwarzarbeit, hohe Zahl der Arbeitslosigkeit, Außenhandelsdefizit, Auslandsverschuldung, schlechte Infrastruktur und veraltete Produktionskapazitäten.

6.4. Die Trendwende
Das Jahr 1996 hat die lang erwartete Trendwende in der ungarischen Wirtschaft eingeleitet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs. Die Leistungsbilanz profitierte von der Privatisierung (1996: das goldene Jahr). Die Privatisierungseinnahmen wurden größtenteils zur Senkung der Außenschuld aufgewandt, die die Zinszahlungen erleichterte. Die Staatsverschuldung konnte somit teilweise abgebaut werden. Die Zahlungsbilanz wies ein deutlich reduziertes Defizit und der Staatshaushalt wies dank der Privatisierung ein positives Ergebnis auf. Der Agrarsektor erbrachte eine Volumensteigerung. Bei den Sozialversicherungsertägen wuchs das Defizit aber enorm. Die Industrieproduktion schwankte dramatisch Im Einzelhandel blieben die Umsätze zurück. Der Realwert der Bruttoeinkünfte von Vollzeitbeschäftigten sank. Die Arbeitslosenquote betrug 10, 7 %.

6.6. Abschluss der wirtschaftlichen Wende
Im Jahr 1998 hat die ungarische Wirtschaft die Transformations- und Schuldenkrise bewältigt. In der Produktionssphäre konnte die wirtschaftliche Wende als abgeschlossen betrachtet werden. 80% des BIP werden in der Privatsphäre geschaffen. Die Export- und Importstrukturen haben sich entsprechend gewandelt. Die außenwirtschaftlichen Möglichkeiten haben sich deutlich ausgeweitet. Die Wirtschaft verzeichnete einen klaren Aufschwung.

Ungarn konnte seine wirtschaftliche Stabilität auch in den Jahren 2001-2002 beibehalten. Das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im Jahr 2001. Die Dynamik des Wirtschaftswachstums wurde durch die Industrie und die rege Exporttätigkeit gesichert. Die Bruttoindustrieproduktion erhöhte sich. Das Defizit der Zahlungsbilanz blieb unter dem Niveau des Vorjahres. Die Arbeitslosigkeit konnte zurückgeschraubt werden. Die Inflationsrate wurde höher. Das Realeinkommen stieg. In der Zusammensetzung der Ausfuhr nehmen die technologieintensiven Güter (Maschinen, Elektronik, Computer und Transportmittel) einen immer bedeutenderen Platz ein.

6.7. Die Wirtschaft seit 2002
Seit 2002machte sich eine Konjunkturschwäche bemerkbar. 2003 konnte man von einem Rekorddefizit sprechen. Innerhalb eines Jahres verdoppelte sich das Zahlungsbilanzdefizit. Der Grund dafür war, dass sie ausländischen Eigentümer der ungarischen Unternehmen bedeutende Profitmengen aus dem Land ausführten. Im zweiten Halbjahr 2003 begann die Belebung der Wirtschaft und setzte sich Anfang 2004 fort. Das Wachstumstempo aller Ausfuhren übertraf die Einfuhren. Das Außenhandelsdefizit wurde zwar 2003 geringer, es erhöhte sich aber 2004 auf über eine Milliarde Euro.

In den ersten Monaten 2004 verschlechterte sich die Zahlungsbilanz. Dagegen waren die BIP-Daten sowie die Investitionsangaben günstiger. Die Wirtschaft wurde grundsätzlich vom Export der Industrie angekurbelt, die Investitionen in der Verarbeitungsindustrie stiegen im ersten Quartal an. Dank dieser Tatsache gab es ein verhältnismäßig hohes Wachstumstempo des BIP. Die Industrieproduktion stieg. Die Bilanz des Warenverkehrs verbesserte sich Anfang 2004. Der Saldo der Dienstleistungen zeigte nach wie vor eine Tendenz zur Verschlechterung. Der Inlandsverbrauch ging zurück. Die direkten Kapitalanlagen stiegen. Das Defizit des Staatshaushaltes lag höher als vom Finanzminister erwartet wurde. Die Inflation lag bei 6,7%. Die Arbeitslosenquote betrug mehr als 7%.

7. Tourismus
In den 70er und 80er Jahren kamen Touristen nach Ungarn aus dem Osten und auch gern aus dem Westen. Aus dem Osten, weil Ungarn für sie den erreichbaren Westen bedeutete und aus dem Westen, weil Ungarn billig für sie war, einen fast westlichen Komfort und Dienstleitungen von beinahe westlichem Niveau bot. Ein besonderes Merkmal war der deutsch-deutsche Tourismus“. Westdeutsche und Ostdeutsche (Verwandte, Bekannte und Freunde) kamen, um sich in Ungarn zu treffen. In den 80er Jahren, mit der Einheit Deutschlands, veränderte sich die Situation und das bedeutete für den ungarischen Tourismus eine neue Herausforderung.

Ungarn ist aber dank des Systemwandels ein Bestandteil Europas geworden und man kann sehr einfach ohne Visum nach Ungarn fahren. Die Bürger der westlichen Länder haben das schnell erkannt und so gab es z. B. 1990 einen Zuwachs von 40-50 Prozent aus Italien, Skan-dinavien, Großbritannien und den USA. Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr betrugen damals ein Viertel der Exporteinnahmen der ungarischen Wirtschaft.

7.1. Touristische Anziehungskräfte
Die Gegebenheiten Ungarns für die Entwicklung des Tourismus sind außerordentlich günstig. Obwohl Ungarn keine weltweit bedeutenden Anziehungskräfte hat, verfügt es aber über solche Tourismus-Magnete von regionaler Bedeutung, die im Trend liegen. So hat Ungarn gute Gegebenheiten, was die Heil- und Thermalquellen, die kulturellen Leistungen und Veranstaltungen, die Traditionen, die Naturschätze, die Nationalparks, die populären Sportarten wie z. B. das Reiten, die Jagd, sowie den Geschäftstourismus betrifft.

In der Großen Tiefebene kann man, umrahmt von Reiterspielen und sonstigen Attraktionen, die Nationalparks Kiskunság und Hortobágy besuchen. Im Mátra-Gebirge sind Luftkurorte entstanden. Westlich von der Donau erhebt sich das Transdanubische Mittelgebirge. Der Balaton befindet sich ebenfalls hier. Auf Ungarns Gebiet gibt es folgende 10 Nationalparks: Bükk, FertQ-Hanság, Hortobágy, Kiskunság, Aggtelek, Duna-Dráva, Duna-Ipoly, Balaton Oberland und Körös-Maros und Prség. Außerdem sind hier bedeutende Naturschutzgebiete wie Kis-Balaton (Klein -Balaton), ein bedeutendes Vogelreservat, die Halbinsel Tihany, wo die sog. Geysir-Kuppen geologische Eigenart darstellen, Badacsony und Szent-György-Berg mit den Basaltorgeln. In Budapest befindet sich der Sashegy (Adelsberg), das einzige Naturschutzgebiet der Welt innerhalb einer Großstadt. Es entstanden in Ungarn auch zahlreiche Arboreten, z. B. in Zirc, Kám, Sárvár, Szeleste, Jeli, Szarvas und Vácrátót.

Wegen der stürmischen Geschichte Ungarns, der nacheinander folgenden Kulturen und verschiedener Reiche existieren sehr viele andersartige Kulturdenkmäler nebeneinander. Die unschätzbare Werte der nationalen Kultur werden in Museen, verschiedenen Sammlungen, Bibliotheken bewahrt. In Ungarn haben die verschiedenen Religionen (die katholische, die reformierte, die griechisch-orthodoxe, jüdische Religionen) im Laufe der Jahrhunderte einen großen Einfluss auf die Entwicklung des geistigen Lebens ausgeübt. Der Anteil der sakralen Bauten an den unter Denkmalschutz stehenden Bauwerken ist bedeutend, er macht etwa ein Drittel aus.

Die Touristen können in Ungarn auch die Volkskultur kennen lernen. Um sich die Gebäude und Gegenstände der Volkskultur, um das Leben in den Dörfern komplex vorstellen zu können, wurden in Ungarn Dorfmuseen, sowie ethnographische Freilichtmuseen errichtet. Eine Reihe von Veranstaltungen werden auch organisiert, wo die Touristen die Sitten und Bräuche besser kennen lernen können.. Sie können z. B. an Bauernhochzeiten, Schlacht- und Weinfesten teilnehmen oder sich den Buschogang in Mohács ansehen.

Das Konzertrepertoire erstreckt sich von Werken bekannter Klassiker über Werke zeitgenössischer Komponisten bis zu Musicals, Jazz, Pop- und Rockkonzerten. Volksmusik und Volkstanz sind im Musikrepertoire auch zu finden.

Touristisch attraktive Veranstaltungen finden in Ungarn im ganzen Jahr statt, zum Beispiel das Frühlings- und Herbstfestival in Budapest.

7.2. Typische Tourismusarten in Ungarn
7.2.1. Erholungstourismus
Der Kurtourismus ist sehr bedeutend. Auf Ungarns Gebiet gibt es mehr als tausend Warmwasserquellen mit Heilwirkung, die neben Prophylaxe und Therapie von Krankheiten, Konditionierung und Rehabilitation dienen. Solche Badekurorte sind z. B. Budapest, Hévíz, Bük, Igal, Gyula.
Der Plattensee und seine Umgebung ist das beliebteste Urlaubsgebiet. Der Cluburlaub ist vor allem am Balaton verbreitet (Keszthely, Tihany). In Ungarn gibt es möglich, auch Tennis und Golf zu spielen, z. B. in Bük, Kisoroszi, Hencse, SzentlQrinc. Der Urlaub auch auf dem Lande/auf dem Bauernhof ist auch populär. So kann man einen Einblick ins Leben der Einheimischen gewinnen, eventuell an landwirtschaftlichen Arbeiten teilnehmen.

7.2.2. Kulturorientierter Tourismus
In Ungarn gibt es zahlreiche Museen, Sammlungen und Bibliotheken, sakrale Bauten Ungarn gilt als Großmacht der Musik. In Ungarn werden viele Veranstaltungen organisiert, wie z.B. das Budapester Frühlings- und Herbstfestival, das Budapester Weinfest, die Szegediner Freilichtspiele, der Blumenkarneval in Debrecen, die Soproner Festwochen, der Hortobágyer Brückenmarkt und das internationale Folklorfestival in Sárvár usw..
Die Touristen können in Ungarn die Schöpfungen der Volkskunst kennen lernen. Im Urlaub kann man in Ungarn aktiv schöpferische Tätigkeiten ausüben. In HollókQ gibt es eine Töpferei, wo ein Kurs für Interessierte organisiert wird. In GyömrQ kann man Holzschnitzerei und verschiedene Handarbeiten wie Spinnen, Weben, Sticken erlernen.

Die Abtei in Pannonhalma, das frühchristliche Grab in Pécs, das Burgviertel in Buda, die Andrássy Straße in Budapest, das Dorf HollókQ, die Tropfsteinhöhle in Aggtelek, der Nationalpark Hortobágy und der Neusiedler See, die Weinregion Tokaj sind in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

7. 2. 3. Sporttourimus
In Ungarn kann man unter mehreren hundert Reitmöglichkeiten und Reitschulen wählen, z. B. in Sarlóspuszta, Hortobágy. Ungarn gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Jäger in Europa, weil es hier hochentwickelte Wildhege und Wildbestand gibt, z. B. in Gemenc, Komitat Heves.
Die natürlichen Gegebenheiten Ungarns bieten für Wasserwandertouren zahlreiche Möglichkeiten. Auf der Donau kann man von Deutschland aus bis hinab zum Schwarzen Meer reisen. Die Uferzone und die Inseln sichern ausgezeichnete Möglichkeiten für den Wassersport. In den Neben- und Altwasserarmen wird das Angeln am meisten bevorzugt. Die Theiß ist bis Dombrád schiffbar. Die internationale Theiß-Tour beginnt in Tiszabecs und führt bis nach Beograd. Sie ist auch zum Baden geeignet. Unter den Nebenarmen der Donau und der Theiß gibt es auch Flüsse mit Wildwassercharakter, zum Beispiel die Raab, wo sich geübte Kanu- und Kajakfahrern ausprobieren können. Aber auch diejenigen, die für das Rudern und Paddeln, das Angeln oder das Erforschen der Uferlandschaften Vorliebe haben, können auf ihre Kosten kommen.
Der Plattensee ist in erster Linie das Reich der Urlauber, der Badenden, der Segler und Windsurfer, regelmäßig finden Kajak- und Kanutouren und Segelregattastatt. Der Ráckeve/Soroksárer-Donauarm, die Theiß, der Plattensee zählen zu den bedeutendsten ungarischen Anglergewässern.

7.2.4. Berufstourismus
Der Berufstourismus ist in Ungarn seit den 60er Jahren von Bedeutung. Das steht mit der politischen Öffnung, mit dem Anschluss an politische Organisationen und mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang. Seit dem Systemwechsel wurden viele Beschränkungen im Gebiet des Tourismus abgeschafft. Als Folge der neuen aktiven Außenpolitik veränderten sich die Beziehungen des Landes. Das trug zum vermehrten Anspruch auf Dienstreisen, Seminare, Konferenzen und Kongresse und Teilnahme an Ausstellungen bei. In Budapest gibt es Kongresszentren, sowie Hotels, wo auch Kongresse und Konferenzen veranstaltet werden können. Auf dem Lande wurden auch Bedingungen für kleinere und mittelgroße Tagungen in verschiedenen Schlössern und in Hotels geschaffen. Im Budapester Messezentrum werden jährlich zahlreiche nationale und internationale Fachausstellungen und Messen veranstaltet.

7.3. Touristische Regionen
Im Hinblick auf den Fremdenverkehr lassen sich neun touristische Regionen unterscheiden:
1. Budapest und Umgebung
2. Nordwestungarn
3. Westungarn
4. Plattensee und Umgebung
5. Südwestungarn
6. Velencesee und Umgebung
7. Südostungarn
8. Nordostungarn
9. Nordungarn

Touristische Infra- und Suprastruktur
In Ungarn können die Touristen u. a. in Hotels, Pensionen, Touristenunterkünften, auf Campingplätzen, bei registrierten Privatvermietern übernachten. Die Zahl der gastronomischen Einrichtungen beträgt ca. 50.000. Die Autostraßen, Autobahnen und Eisenbahnlinien Ungarns haben Budapest als Zentrum. So haben die Städte der Provinz keine direkte Verbindung miteinander. Die Autobahnen sind nur teilweise ausgebaut. Auch internationale Fernstraßen, sog. Europastraßen, führen durch das Gebiet Ungarns. In Budapest läuft der internationale Verkehr durch drei Bahnhöfe. Den Luftverkehr von Ungarn wickelt der internationale Flughafen von Ferihegy ab, der zwei Terminals hat. Einige frühere Militärflughäfen wurden schon dem öffentlichen Verkehr übergeben. Dem Schiffverkehr für den Personentransport kommt eine untergeordnete Rolle zu.. Im Binnenverkehr ist die Sommerschifffahrt auf dem Plattensee bedeutend. Der Ausflugsverkehr auf der Donau findet zwischen Budapest und dem Donauknie bzw. Ráckeve und innerhalb von Budapest statt. Der internationale Verkehr hat nur bis nach Pozsony, Wien bzw. Passau eine Verbindung.

7.5. Reiseverhalten der Ungarn
Die meisten Familien halten die Erholung für das Hauptziel der Reise, 20% den Besuch von Freunden und Verwandten. Bei den individuell Reisenden kommen auch Dienstreisen, Geschäftsreisen und Teilnahme an Konferenzen vor. Die wichtigsten Freizeittätigkeiten sind Ausflüge, Wanderungen, das Sonnebaden und Baden. Die Mehrheit der Touristen übernachtet in kostenlosen Privatquartieren, in Hotels oder Pensionen. Beliebt sind noch die Appartements und die eigenen Wochenendhäuser. Etwa 20% der ins Ausland Reisenden nehmen die Dienstleistungen von Reisebüros in Anspruch; diese Zahl beträgt bezüglich der Inlandsreisen circa 2%.

7.6. Inlandstourismus
Seit 1993 steigt der inländische Gästeverkehr langsam aber kontinuierlich in allen Urlaubsregionen. Die Übernachtungen entfallen auf Budapest, den Plattensee, auf die Gebirge Mátra und Bük, sowie auf die Thermalbäder.

7.7. Outgoingtourismus
Die beliebstesten Urlaubsziele der Ungarn sind in Siebenbürgen in Rumänien, Griechenland, Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Kroatien, Tunesien. Die Hauptmotivationen sind Urlaub, der Besuch von Verwandten bzw. Freunden, die Geschäftsreisen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Ungarn im Ausland macht 10 Tage aus.

7.8. Incomingtourismus
Seit Jahren kommen die meisten Gäste aus Deutschland, gefolgt von Österreich. Es kommen aber Touristen auch aus den USA, Italien, den Niederlanden, Polen. Der qualitative Tourismus beginnt an Bedeutung zu gewinnen, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass die ausländischen Gäste mehr Geld für ihren Aufenthalt in Ungarn ausgeben. Zu den Motivationen gehören Kur, Erholung, Teilnahme an Kongressen, Konferenzen, Musikereignissen und anderen Veranstaltungen.

8. Bedeutung des Tourismus in der Wirtschaft
Der Tourismus ist in Ungarn zu einem wichtigen Teil der ungarischen Wirtschaft geworden. Er stellt einen nicht geringen Teil des Einkommens (etwa 8-10% des BIP) und gibt einer beträchtlichen Zahl an Beschäftigten Arbeit.
Trotzdem gibt es Probleme, zwar wird Ungarn jährlich von 30 Millionen Touristen aufgesucht, und steht damit an 14. Stelle der beliebtesten Reiseziele der Welt, dennoch sind die Einnahmen aus dem Tourismus so gering, dass es nur den 38. Platz einnimmt.
Die Gründe dafür sind die folgenden:
1. Die Infrastruktur, z. B. der Verkehr, ist nicht entwickelt genug. Die Umwelt wird nicht in genügendem Maße geschützt.
2. Das Niveau und die Menge der touristischen Infrastruktur lässt viel zu wünschen übrig. Auf dem Lande gibt es zu wenig Unterkünfte von hohem Niveau, die viele Einnahmen bringen könnten.
3. Die in wirtschaftlicher Sicht ungünstige Zusammensetzung der touristischen Produkte, sowie die schwache Ausnutzung unserer Gegebenheiten, die touristische Anziehungskräfte darstellen, bedeuten ein weiteres Problem. Das Programmangebot, das hohe Einnahmen sichern könnte, ist eng.
4. Die regionale und saisonale Tourismuskonzentration in Ungarn lässt sich teilweise auf die Angebotsstruktur zurückführen. Mehr als die Hälfte der Übernachtungen der ausländischen Gäste in den kommerziellen Unterkünften entfallen auf Budapest sowie auf den Plattensee und seine Umgebung, etwas weniger als die Hälfte davon findet im Juli und August statt. Das ist natürlich zum Teil mit den klimatischen Gegebenheiten zu erklären, Tatsache ist aber auch, dass die Verlängerung der Saison, sowie die Entwicklung solcher touristischen Produkte, die der Einbeziehung bisher touristisch nicht erschlossener Regionen dienen könnte, bis jetzt in der Tourismuspolitik nicht präferiert wurden. Das Übergewicht des ausländischen Tourismus ist ein weiteres Problem. Der starke inländische Tourismus bildet die Grundlage für die Entwicklung des Fremdenverkehrs. Ungarn spezialisiert sich hauptsächlich auf die ausländischen Gäste, die im Durchschnitt für den Urlaub viel mehr ausgeben können, als die ungarischen Touristen. In Ungarn machen die inländischen Touristen nur etwa 50% aller Urlauber aus, und nur circa 40 % der Übernachtungen entfallen auf sie. Das Übergewicht des ausländischen Fremdenverkehrs ist daher problematisch. weil nur ein Land,das über eine Mittelschicht verfügt, die außer der Hauptsaison als potentieller Gästekreis in Frage kommt, kann ausländische und noch dazu zahlungsfähige Touristen anhaltend und in Massen anziehen.

9. Organisationen der Tourismuspolitik
Auf staatlicher Ebene beschäftigt man sich mit der Koordination zwischen den entscheidungstreffenden und ausführenden Marketingorganisationen. Das Subventionssystem wird ausgearbeitet und die Entwicklungsstrategie des Tourismus wird angefertigt. Die Modernisierung des regionalen touristischen Organisationssystems wird kontrolliert und koordiniert. Auf staatlicher Ebene pflegt man den Kontakt mit den führenden Tourismusorganisationen anderer Länder und vetritt das Land in den internationalen touristischen Organisationen.

Das Landesfremdenverkehrskomitee trifft Entscheidungen über die Entwicklungsstrategie der staatlichen Tourismuspolitik, über die nationale touristische Marketingkonzeption sowie über die Anwendungsziele des touristischen Voranschlags.

Der Ungarische Tourismus AG koordiniert die Forschungen und Aufgaben für die Produktentwicklung, führt Werbekampagnen durch, fertigt Informationsmaterialien an, nimmt an Fachausstellungen und Messen teil, betätigt nationale und internationale Vertretungen und übt PR-Tätigkeiten aus.

Auf regionaler Ebene gibt es 9 Fremdenverkehrskomitees.

Auf örtlicher Ebene kommt den örtlichen Tourismusorganisationen eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Förderung des Tourismus am Zielort zu. Eine solche Organisation ist das Budapester Touristische Amt.

Von großer Wichtigkeit sind die Tourinformbüros.

Sehr bedeutend sind noch die Berufsverbände, wie z. B. der Landesverband für Tourismus, der Ungarische Hotelverband, der Verband der ungarischen Reisebüros sowie der Verband der Ungarischen Köche und Konditoren.


Die Bundesrepublik Deutschland




Die BRD liegt im Herzen Europas. Ihre Fläche beträgt 357.000 qkm. Sie ist von neun Nachbarstaaten umgeben: Dänemark im Norden, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich im Westen, der Schweiz und Österreich im Süden und Tschechien und Polen im Osten. Die BRD zählt rund 82,1 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Berlin. Seit der Wiedervereinigung von DDR und BRD am 3. 10. 1990 besteht Deutschland aus 16 Bundesländern.

1. Geografische Regionen
Die Bundesrepublik unterteilt sich von Norden nach Süden in 4 große Landschaftsräume:
das Norddeutsche Tiefland, die Mittelgebirge, das Alpenvorland und das Hochgebirge.

1.1. Das Norddeutsche Tiefland
Das Norddeutsche Tiefland liegt zwischen den Küsten von Nord- und Ostsee im Norden und dem Rand der Mittelgebirge im Süden. Seenreiche, hügelige Gebiete prägen die Tiefebene, durchsetzt von Mooren und Heiden sowie den fruchtbaren Böden südwärts der Mittelgebirgsschwelle. Das Tiefland ist hauptsächlich Agrargebiet. Zu den bekanntesten Erholungsgebieten zählen die Ost- und Nordfriesischen Inseln, die durch das Wattenmeer vom Festland getrennt sind.

1.2. Die Mittelgebirge
Bekannte Mittelgebirge sind der Harz, die Eifel, der Schwarzwald, der Thüringer Wald und das Erzgebirge. Der Bayerische Wald im Süden ist ein beliebtes Feriengebiet.

1.3. Das Alpenvorland
Das Süddeutsche Alpenvorland umfasst die Schwäbisch-Bayerische Hochebene mit ihren Hügeln und großen Seen im Süden, das Unterbayerische Hügelland und die Donauniederung. Charakteristisch für diese Landschaft sind Moorgebiete, kuppenförmige Hügelketten mit Seen (Chiemsee, Starnberger See) und kleine Dörfer.

1.4. Das Hochgebirge
Der deutsche Teil der Alpen zwischen dem Bodensee und Berchtesgarden umfasst nur einen kleinen Anteil dieses Gebirges. Eingebettet in die Bergwelt der Alpen, liegen malerische Seen, wie z. B. der Königssee, und beliebte Fremdenverkehrsorte, wie etwa Garmisch-Partenkirchen oder Mittenwald. Der höchste Berg Deutschlands ist die Zugspitze (2963 m) in den Bayerischen Alpen.

2. Gewässer
Die zwei Meere sind die Nordsee (ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans), die Ostsee. Die wichtigsten Flüsse sind der Rhein, die Weser, die Elbe, die Oder, die Donau, der Main, die Spree, die Mosel und die bedeutendsten Seen befinden sich im Norddeutschen Tiefland und im Alpenvorland: Bodensee, Müritzsee, Chiemsee, Starnberger See und Königsee.

3. Klima
Klimatisch liegt Deutschland im Bereich der gemäßigtkühlen Westwindzone zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Kontinentalklima im Osten. Große Temperaturschwankungen sind selten. Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten. Im Winter schwankt die Durchschnitts-temperatur zwischen 1,5 Grad Celsius im Tiefland und minus 6 Grad im Gebirge. Die Mittel-werte im Juli liegen zwischen 18 Grad Celsius und 20 Grad Celsius. Ausnahmen bilden der obere Rheingraben mit seinem sehr milden Klima, Oberbayern mit dem regelmäßig auftreten-den Föhn, einem warmen Südwind, und der Harz, der mit seinen rauhen Winden, kühlen Sommern und schneereichen Wintern eine eigene Klimazone bildet.

4. Der staatliche Aufbau
Die BRD ist ein Bundesstaat. Jedes Land hat ein eigenes Parlament (Landtag) und eine eigene Landesregierung, die von einem Ministerpräsidenten, bei den Stadtstaaten von einem Bürgermeister geleitet wird.

Das Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident. Er wird auf 5 Jahre von der Bundesversamm-lung gewählt. Die Bundesversammlung ist eine zur Wahl des Bundespräsidenten zusammentretende Körperschaft.

Das Parlament ist der Bundestag, Gesetzgebungsorgan der BRD. Seine Abgeordneten werden von der Bevölkerung auf 4 Jahre gewählt. Der Bundesrat besteht aus den ernannten Vertretern der Bundesländer und wirkt bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit..

Die Bundesregierung besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Der Bundes-tag wählt den Bundeskanzler auf Vorschlag des Bundespräsidenten. Der Bundespräsident ernennt die Bundesminister auf Vorschlag des Bundeskanzlers.

5. Wirtschaft
Die BRD gehört zu den führenden Industrieländern. Mit ihrer wirtschaftlichen Gesamtleistung steht sie in der Welt an dritter Stelle. Im Welthandel nimmt sie den zweiten Platz ein, sie ex-portiert rund ein Drittel des BIP. Sie wirkt in der Gruppe der sieben großen westlichen Industrieländer(„G-7“) mit. 2004 war die BRD Weltmeister im Export.

Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist die Industrie. Infolge des Strukturwandels ist der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung zurückgegangen. Dagegen stieg der Anteil der öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereiche an der wirtschaftlichen Gesamtleistung stark an. Finanzierung, Vermietung und Unternehmnesdienstleistungen haben einen etwas höheren, Handel, Gastgewerbe und Verkehr einen etwas niedrigeren Anteil an der Bruttowertschöpfung als die Industrie.

Deutschland kann den Bedarf an Bodenschätzen nicht decken. Es gibt Steinkohle, Braunkohle, Steinsalz, Kalisalz, verschiedene Buntmetallerze, Erdöl und Erdgas.
Zwei Drittel der benötigten Energie muss es importieren.

Die wichtigsten Industriegebiete sind das Ruhrgebiet, Frankfurt am Main, Mannheim/Ludwigshafen, Stuttgart, Hannover/Braunschweig, Dresden/Chemnitz, Halle/Leipzig.

Die Industrie ist mittelständisch strukturiert, d. h. etwa die Hälfte der Betriebe sind Klein-betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern. Weltbekannt und oft auch weltweit mit Niederlassungen, Produktions- und Forschungsanlagen präsent, sind Firmen wie die Autohersteller Volkswagen, BMW und Daimler-Chrysler, die Chemiekonzerne Aventis, Bayer und BASF, die Ruhrkohle AG, der Elektrokonzern Siemens AG, die Energiekonzerne E.ON und RWE oder die Bosch-Gruppe.

Die Automobilindustrie ist einer der bedeutendsten Industriezweige Deutschlands. Nach den USA und Japan ist Deutschland der drittgrößte Automobilproduzent der Welt.
Die Modelle der ostdeutschen Automobilindustrie hatten nach der Wiedervereinigung im Wettbewerb keine Chance mehr. Einige große westdeutsche Automobilhersteller engagierten sich aber in Sachsen und Thüringen mit dem Bau neuer Fertigungsstätten.

Der Maschinen- und Anlagenbau nimmt weltweit eine Spitzenstellung ein. Er gilt als Ausrüster der Industrie. Die Produktpalette ist im internationalen Vergleich einzigartig, sie umfasst 20.000 Erzeugnisse. Die BRD ist auf diesem Gebiet Exportweltmeister.

Die chemische Industrie ist ein wichtiger Lieferant von Vor-, Zwischen- und Endprodukten u.a. für das Gesundheitswesen, die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft und den privaten Konsum in Deutschland. Sie leistet erhebliche Anstrengungen für den Umweltschutz. Sie nimmt weltweit eine führende Position durch hohe Forschungsaktivitäten und modernste Technologie ein. In den neuen Bundesländern war das Ziel der politischen Anstrengungen war, die traditionellen Chemiestandorte im Kern zu erhalten

Die Elektrotechnische und Elektronik-Industrie gehören ebenfalls zur Spitzengruppe der Industriezweige.

Die Luft- und Raumfahrtindustrie wirkt auf vielen Gebieten als Pionier bei der Einführung moderner Technologie. Sie nimmt an großen europäischen Kooperationsprogrammen (z. B. Airbus, Ariane) teil.

Eine deutsche Domäne ist die Umwelttechnologie. Deutsche Unternehmen liegen mit ihrem Welthandelsanteil an zweiter Stelle hinter den USA.

Von erheblicher Bedeutung sind weiterhin die Ernährungsindustrie, die Textil- und Bekleidungsindustrie einschließlich der Lederindustrie, die metallerzeugende und metallverarbeitende Industrie, der Bergbau, die feinmechanische und optische Industrie.

Über die Hälfte der Gesamtfläche wird als Acker- oder Weideland landwirtschaftlich genutzt.
Rund 30% entfallen auf Waldgebiete. Der Anteil der Landwirtschaft an der gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ständig zurückgegangen. Zur Zeit liegt er etwa bei 2%. Rund 3,5% aller Erwerbstätigen in Deutschland sind im Bereich der Land- und Forstwirtschaft tätig. Die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft ist der ständig zunehmenden Technisierung und dem vermehrten Einsatz von Düngemitteln zu verdanken. Die wichtigsten Produkte sind: Milch, Schweine- und Rindfleisch, Getreide (Weizen, Roggen, Gerste), Zuckerrüben, Kartoffeln, Hopfen regional auch Wein, Obst und Gemüse. Die Tierhaltung wird vor allem in den alten Bundesländern überwiegend in kleineren Beständen betrieben. Das Bild der Landwirtschaft in den westdeutschen Ländern wird noch immer vom bäuerlich wirtschaftenden Familienbetrieb geprägt. Die Umstrukturierung der landwirtschaftlichen Unternehmen in den ostdeutschen Ländern ist weitgehend abgeschlossen. Die Eigentumsstruktur dort unterschiedet sich grundlegend von der des früheren Bundesgebietes. Nur rund drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften eigene Flächen. Im Durchschnitt aller Betriebe liegt der Pachtflächenanteil dagegen bei 90%, in Westdeutschland bei nur 50%.

Seit 1952 übersteigt die Ausfuhr meist die Einfuhr, nach der Vereinigung ging sie jedoch ein paar Jahre lang stark zurück, aber 1999 konnten schon wieder Rekordergebnisse im Außenhandel verbucht werden. Fast jeder vierte Erwerbstätige arbeitet direkt oder indirekt für den Export. Wichtige Ausfuhrgüter sind Kraftfahrzeuge, Maschinen, chemische, elektrotechnische Erzeugnisse. Zu den wichtigsten Einfuhrgütern gehören Kraftfahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse, Erzeugnisse des Maschinenbaus, Agrarprodukte. Die Länder der EU sind die wichtigsten Handelspartner der BRD, an erster Stelle Frankreich. Weitere wichtige Handelspartner sind die USA, Großbritannien, die Niederlande und Italien.

6. Tourismus
6.1. Touristische Anziehungskräfte
Über Jahrhunderte hin war das deutschsprachige Gebiet ein loser Bund vieler souveräner Einzelstaaten mit vielen kleinen und größeren Residenzen oder Hauptstädten. In fast allen blühte ein eigenständiges gesellschaftliches und kulturelles Leben. Davon zeugen die zahlreichen Baudenkmäler und Bibliotheken, Museen und Kunstsammlungen, Gärten und Theater.

Aber auch die Vielfalt der Landschaften lockt. An Nord- und Ostsee mit ihren Küsten und Inseln schätzt man das ausgeglichene Seeklima. Gern besucht werden die Seenplatten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Für Wanderer sind die Mittelgebirge und die Alpen lohnende Ziele. Der Bodensee und die bayerischen Seen laden zum Wassersport ein. Romantische Szenarien bieten die Flußtäler von Rhein, Main, Mosel, Neckar, Donau und Elbe.

Fast 90 Touristikstraßen abseits der großen Verkehrsadern, wie die „Deutsche Märchensstraße”, die „Romantische Straße”, die „Burgenstraße”, die „Grüne Küstenstraße”, die „Ferienstraße Alpen-Ostsee” oder die „Deutsche Weinstraße”, erschließen die alten Kulturlandschaften und schaffen Nähe zu den Natursehenswürdigkeiten, idyllischen alten Städten und Dörfern. Sie führen durch besonders schöne Teile des Landes. In Deutschland gibt es 6.200 Naturschutzgebiete und 13 Nationalparks. Die beliebtesten Feriengebiete sind die Alpen und der Alpenrand, der Schwarzwald und der Bodensee, das Sauerland, das Weserbergland und der Harz, der Thüringer Wald, die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge, die Küsten der Nord- und Ostsee mit ihren Inseln Es werden unzählige regionale und lokale Heimat- und Trachtenfeste, Volks- und Stadtfeste und Weinwochen organisiert.

Jeweils neue Zielgruppen sollen die Themenjahre ansprechen. Das Goethe-Jahr 1999 brachte Thüringen einen Ausländer-Nächtigungszuwachs von 30 Prozent. Das Jahr 2000 wurde Johann Sebastian Bach und Johannes Gutenberg gewidmet. Das Jahr 2001 galt dem „Glanz der Romantik – Entdeckungsreise ins deutsche Mittelalter“, 2002 soll zu „Reisen , wie die Flüsse fließen“ anregen und 200 Jahre Rheinromantik näher bringen. Nach dem erfolgreichen Projekt „Schwarzwald“ hat die DZT ihr Thema „Kulinarisches Deutschland“ jetzt auf das ganze Land ausgedehnt.

6.2. Typische Tourismusarten in Deutschland
6.2.1. Erholungstourismus
An der Nord- und Ostsee befinden sich Luftkurorte. In der Nähe von Mineral- und
Heilquellen entstanden Kurorte mit Heilbädern (Thüringen, Wiesbaden) Mitelgebirge, Alpen, Seenplaten.

6.2.2. Kulturorientierter Tourismus
Köln, Düsseldorf und Kassel sind drei wichtige Zentren des modernen Kunstlebens.
In Deutschland gibt es über 3000 Museen. Die bedeutendsten Museen verteilen sich auf
Berlin, Dresden, Hildesheim, Frankfurt/Main, Köln, Nürnberg, München und Stuttgart.
In Deutschland befinden sich rund 370 öffentliche Theater, Privattheater und mehr als 30
Festspieltheater. Die meisten Bühnen bietet Berlin.
Auf dem Festspielkalender für Theaterfreunde stehen u.a. das Berliner Theatertreffen, die
Ruhrfestspiele in Recklinghausen und die Euro-scene in Leipzig.
Der Musik sind über 100 Festspiele gewidmet. Fast alle Großstädte haben ihre Festspiele.
München hat Opernfestspiele, Stuttgart das Europäische Musikfest und Berlin das Jazz-Fest.
Bonn feiert alle drei Jahre sein Internationales Beethovenfest, in Augsburg wird der
Mozartsommer veranstaltet. In Halle und Göttingen wird Händel gefeiert und in München
und Garmisch-Partenkirchen Richard Strauss. Die Wagner-Festspiele werden in Bayreuth
veranstaltet.

6.2.3. Sporttourismus
Die Nord- und Ostsee bieten die Möglichkeit, zu schwimmen, Schifffahrten zu machen, zu
segeln, zu surfen. Im Küstengebiet können die Touristen reiten, Rad fahren, Wanderungen
machen. Diese Möglichkeiten bieten sich auch im Flachland. Die Flüsse und
Seen laden zum Wassersport ein. Die Mittelgebirge bergen Wander- und Skiparadiese. Die
Voralpen und Alpen sind für Wanderungen, Bergsteigen, Winter- und Wassersport
geeignet.

6.2.4. Wirtschaftsorientierter Tourismus
Die Messen, und Ausstellungen spielen im wirtschaftsorientierten Fremdenverkehr eine
wichtige Rolle. Von den international etwa 150 führenden Fachmessen finden rund zwei
Drittel in Deutschland statt. Die wichtigsten Messestädte sind Berlin, Düsseldorf, Frankfurt
am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart, Essen und
Friedrichshafen. Außerdem ist Frankfurt am Main ein internationaler Finanzplatz. Seit dem 1. Januar
1999 hat die Europäische Zentralbank ihren Sitz hier.

6.2.5. Politikorientierter Tourismus
Berlin ist eine bedeutende Kongressstadt. Das „Congress-Centrum“ Hamburgs gehört zu den
modernsten und beliebtesten Tagungsstätten Europas. In Bonn haben drei UN-Organisa-
tionen und große politische Stiftungen ihren Sitz.

6.3. Touristische Infra- und Suprastruktur
Nicht nur die Fernstraßen, auch die Bundesstraßen und lokalen Straßen sind gut ausgebaut.
Die Fernverbindungen der Bundesbahn werden von komfortablen Zügen, teilweise von Auto-Reisezügen bedient. Über das ganze Jahr bietet die Bahn verbilligte Städtetouren und andere Vergünstigungen an, etwa für Jugendliche und ältere Menschen oder Reisegruppen. In Deutschland gibt es 40000 km Radwege. Außerdem stehen gut markierte, kurze Rundwege und lange Strecken in den Fereingebieten zur Verfügung. Deutschland kann auch zu Wasser gut bereist werden.

Das Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten reicht von der preiswerten Unterkunft auf dem Bauernhof und in Privatquartieren über die Pension bis hin zu Ferienparks und internationalen Spitzenhotels. Es gibt für Feinschmecker immer mehr Restaurants, daneben präsentiert sich die regionale deutsche Küche mit ihrer Vielfalt an typischen Speisen und Getränken.

6.4. Reiseverhalten der Deutschen
Die Deutschen sind „Weltmeister“ im Reisen. Für ihr Reiseverhalten ist typisch, dass die Urlaubsreisen den größten Anteil an ihren Reisen ausmachen. Ihre wichtigsten Reisemotivationen sind Erholung, Gesundheit, Abwechslung, Erlebnis, Geselligkeit, Abenteuer, Eindrücke, Bildung, Natur; Bewegung, Sport, Sprach- und Studienreisen, Wellness-Urlaub, Badereisen, Berufstourismus (Geschäftsreisen, Messebesuch). Bei Jugendlichen macht sich zudem eine spezielle „Erlebnismobilität“ breit. Statt klassischen Erholungsurlaubs tourt fast jeder Fünfte unter 24 Jahren ausschließlich zu Events. „Lifeseeing statt Sightseeing“ lautet die Devise.

Die Pauschalreisen steigern ihren Marktanteil. Weitere Tourismusformen, die „in“ sind, sind Club-, Jugend-, Familien-, Senioren-, Urlaubsreisen für Singles bzw. für Singles mit Kindern; Last-Minute-Reisen, sanfter Tourismus, integrativer Tourismus. Der Frühbucherrabatt spielt auch eine wichtige Rolle.

6.5. Inlandstourismus
Bei den Reisezielen bleibt Deutschland ein sehr wichtiges Urlaubsland. Die beliebtesten Destinationen der Reihe nach sind die Ostsee, Bayern, die Nordsee und der Schwarzwald. In Deutschland gibt es einen Wettbewerb Küste contra Berge. Der Marktanteil des Zielland Deutschlands schrumpft allerdings.

6.6. Outgoingtourismus
Die Auslandsreisen gehören in die Kategorie der längeren Urlaubsreisen. Spanien ist weiter auf dem Spitzenplatz, gefolgt von Italien, Österreich, Griechenland und der Türkei.

6.7. Incomingtourismus
Übernachtungen ausländischer Besucher weisen eine steigende Tendenz auf. Der Spitzenreiter bei der Zunahme ist Österreich.

7. Bedeutung des Tourismus in der Wirtschaft
Der Tourismus trägt im Allgemeinen mit 6 Prozent zum BIP bei. Die Gesamtzahl der im Tourismus unmittelbar bzw. indirekt Beschäftigten lag 1999 bei 2,8 Millionen plus 80.000 Ausbildungsplätze. Die Tourismusbilanz ist jedoch negativ.

8. Organisationen der Tourismuspolitik
Organisationen der Fremdenverkehrspolitik sind öffentlich-rechtliche Körperschaften (Staat, Stadt/Gemeinde), privatrechtliche Institutionen (Verbände, Vereine) und Interessengruppen (Aktionsgemeinschaften, Unternehmungen).

Die Zielsetzungen des Fremdenverkehrs werden auf nationaler Stufe vom nationalen Frem-denverkehrsamt, nationalen Fremdenverkehrsverband, der Gesetzgebung bestimmt. Auf regionaler Stufe werden diese von den Fremdenverkehrsverbänden, Kammern festgelegt. Die Vereine der Leistungsträger sowie die Berufsgruppen wie z.B. Hotelvereine, Verbände für Wirte regeln sie auf örtlicher Stufe.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt am Main wirbt im Auftrag der Bundesregierung als nationale Marketingorgansiation weltweit für die touristischen Angebote des Reiselands Deutschland. Die DZT-Auslandsvertretungen und Vertriebsagenturen platzieren Deutschlandangebote in den Katalogen ausländischer Reiseveranstalter und stellen die Vielzahl lohnender Ziele in allen modernen Medien dar. Seit dem 1. Januar 1999 ist die DZT auch für das überregionale Inlandsmarketing verantwortlich.

Der Deutsche Reisebüroverband e. V. (Frankfurt am Main) macht PR-Arbeit, regelt die rechtliche Seite.

Der Deutsche Fremdenverkehrsverband e. V. (Bonn) nimmt die Interessen der amtlichen, deutschen Fremdenverkehrsstellen auf Bundesebene, bes. gegenüber Bundestag, und Bundesregierung wahr.

Die Deutschland Tourismus Marketing GmbH (DTM) wurde 1997 gegründet. Ihr Ziel ist die touristische „Kleinstaaterei“ zu überwinden, für Deutschland als attraktives Urlaubs- und Reiseland zu werben und die Reisen innerhalb Deutschlands und nach Deutschland zu fördern.


Die Republik Österreich


Österreich liegt im südlichen Mitteleuropa. Seine Fláche umfasst 84.000 km2 groß. Mit acht Staaten hat Österreich gemeinsame Grenzen: mit Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, der Schweiz und Lichtenstein. Österreich hat 8 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Wien. Österreich ist ein Bundesstaat und besteht aus 9 Bundesländern.

1. Geografische Regionen
Österreich weist fünf Großlandschaften auf: die Ostalpen, das Alpen- und Karpatenvorland, das Vorland im Osten, das Wiener Becken und das Granit- und Gneishochland.

1.1. Die Ostalpen
In den Ostalpen erhebt sich der höchste Berg Österreichs, der Großglockner (3797m). Die Zentralalpen bilden den zentralen Teil der Ostalpen. Sie sind durch starke Vergletscherungen gekennzeichnet.

1.2. Das Alpen- und Karpatenvorland
Im Alpen- und Karpatenvorland haben sich, bes. im Salzkammergut, zahlreiche Seen gebildet (z. B. Mond-, Traun-, Wolfgangsee).

1.3. Das Vorland im Osten
Das Vorland im Osten hat einen bedeutenden Anteil am Pannonischen Tiefland.

1.4. Das Wiener Becken
Das Wiener Becken ist ein Senkungsgebiet, an dessen westlichem Rand zahlreiche Thermal- und Mineralquellen sprudeln.

1.5. Das Granit- und Gneishochland
Das Granit- und Gneishochland ist ein sanftwelliges Mittelgebirge.

2. Gewässer
Die Donau durchfließt Österreich. Ihre größten Nebenflüsse sind der Inn, die Salzach, die Enns, die Drau und die Mur. Zahlreiche Seen befinden sich im Salzkammergut und in Kärnten. Südöstlich von Wien liegt der Neusiedler See. Österreich hat einen kleinen Anteil am Bodensee.

3. Klima
Für Österreich ist das atlantisch beeinflusste, mitteleuropäische Klima charakteristisch. Innerhalb Österreichs lassen sich drei Klimabereiche unterscheiden. Der Osten ist vom kontinentalen, pannonischen Klima geprägt (Julimitte meist über 19 Grad Celsius; Jahresniederschlag oft unter 800 mm). Hierzu gehören das Karpatenvorland, das Wiener Becken und die Neusiedler Bucht. Das alpine Klima (niederschlagsreich, kurze Sommer, lange Winter) ist beonders. für die Gebirgstäler und –becken typisch. Das übrige Bundesgebiet steht unter dem Einfluß des feuchtgemäßigten mitteleuropäischen Übergangsklimas (Julimitte 14 bis 19 Grad Celsius, Jahresniederschlag 700 bis 2000 mm je nach Lage und Höhe).

4. Staatsaufbau
Österreich ist eine demokratische Republik. Daher werden das Staatsoberhaupt (Bundespräsident) und die Gesetzgebungsorgane vom Volk gewählt.

Die Gesetzgebung des Bundes üben die beiden Kammern des Parlaments aus: der Bundesrat und der Nationalrat. Der Bundesrat vertritt die Interessen der Bundesländer. Ihre Gesetzgebung wird von den Landtagen ausgeübt. Die Abgeordneten des Nationalrates werden alle vier Jahre gewählt. Die Mitglieder des Bundesrates werden von den Landtagen entsandt.

Nationalrat und Bundesrat bilden gemeinsam die Bundesversammlung. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, das Gelöbnis entgegenzunehmen, das der Bundespräsident bei Antritt seines Amtes zu leisten hat.

Der Bundespräsident wird auf 6 Jahre gewählt.

An der Spitze der Bundesregierung steht der Bundeskanzler, der mit dem Vizekanzler und den Bundesministern die Regierungsgeschäfte führt. Der Bundespräsident ernennt den Bundeskanzler und auf dessen Vorschlag hin auch die übrigen Mitglieder der Regierung.
Jedes Bundesland wird von einer Landesregierung (bestehend aus dem Landeshauptmann und den Landesräten) verwaltet, an deren Spitze der vom Landtag gewählte Landeshauptmann steht.

5. Wirtschaft
Österreich ist ein Land mit hochentwickelter Industrie und einem bedeutenden Anteil an Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt. Was den Anteil am BIP betrifft, steht der tertiäre Sektor (Dienstleistungen wie Verkehr, Handel, Fremdenverkehr, Geldwirtschaft, öffentlicher Dienst) an erster Stelle, gefolgt von dem sekundären Sektor (Güterproduktion, Energie, Bergbau), der primäre Sektor (Land- und Forstwirtschaft) nimmt den dritten Platz ein.
Österreich ist seit Jahresbeginn 1995 Mitglied der Europäischen Union.

Wichtige Bodenschätze sind Magnesit, Eisenerz und Salz. Die Energieversorgung Österreichs basiert auf den Energieträgern Kohle, Erdöl, Erdgas, Wasserkraft, Biomasse und sonstigen erneuerbaren Energien. Als Hochgebirgsland mit einem dichten Flussnetz, erzeugt Österreich vor allem hydroelektrische Energie. Auf die energetische Nutzung der Kernkraft verzichtet Österreich.

Die Industrie hat einen steigenden Anteil am Sozialprodukt. Wichtige Zweige sind Eisen- und Stahl-, Maschinen-, Fahrzeug-, Holz- Papier- und Textilindustrie, Nahrungs- und Genussmittel- sowie chemische Industrie.

Wichtige Zentren der Eisen- und Metallindustrie befinden sich in Ober- und Niederösterreich sowie in Tirol. Hier werden hochspezialisierte Maschinen, Anlagen und Edelstahl-Fertigteile hergestellt.

Der Maschinenbau ist ein wichtiger Industriezweig. Seine Zentren liegen im Mur- und Mürztal.

Der Anlagenbau wird zunehmend wichtig. Er weist einen starken Exportanteil auf. Zu den bekanntesten, betriebsfertig in alle Welt gelieferten Anlagen gehören vor allem Stahlwerke mit dazugehörigem Know-how, sowie Chemiebetriebe und Kraftwerke.

Im Fahrzeugbereich ist die Motoren- und Getriebeproduktion der wichtigste Teilbereich mit einer ziemlich hohen Exportquote. Außer Motoren und Getrieben werden LKWs, Traktoren, berggängige Geländewagen (Steyr-Daimler-Puch AG) und Großraumlimousinen („Chrysler Voyager“ , Eurostar Automobilwerke) produziert.

In der Elektro- und Elektronikindustrie fertigen rund 300 Unternehmen hochentwickelte elektronische und elektrotechnische Produkte und Systeme. Österreich hat sich besonders bei maßgeschneiderten Elektronikprodukten wie Chips (Siemens) und integrierten Stahlkreisen (AMS) international einen Namen gemacht. Ebenfalls von Bedeutung ist Unterhaltungselektronik (Philips). Fernsehgeräte (Grundig) werden ebenfalls erzeugt. Elektromedizin spielt auch eine erwähnenswerte Rolle.

Die chemische Industrie erzeugt Primärstickstoffe und Agrarchemikalien, Hilfsstoffe für die Petrochemie sowie Investitionsgüter aus Polypropylen.

In der Steiermark sind die Papier-, Zellstoff- und Holzindustrie angesiedelt. Die Kärntner Messe in Klagenfurt ist die bedeutendste Holzmesse in Mitteleuropa.

Die stärksten Sektoren der Nahrungs- und Genussmittelindustrie - gemessen am Produktionswert - sind Tabak-, Fleischwaren-, Brau-, Süßwaren-, Milch- und Käseindustrie (in Vorarlberg, in Tirol, in der Obersteiermark. Es werden außerdem alkoholfreie Getränke hergestellt. Ebenfalls von Bedeutung ist die Zuckerindustrie.

In der Textil- und Bekleidungsindustrie, die in Vorarlberg und Tirol angesiedelt ist, beschäftigt man sich mit Baumwollverarbeitung. In Wien produziert man Bekleidung nach der neuesten Mode. Großbetriebe der Textilindustrie befinden sich noch in Niederösterreich. Synthetische Fasern und Zellwolle werden in Oberösterreich produziert.

Österreichisches Kunsthandwerk ist auch weltbekannt, insbesondere feine Handarbeiten, Modeschmuck, Keramik und Glasarbeiten.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 41% der Fläche Österreichs. 5% aller Erwerbs-tätigen sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Mit 20.000 Biobauern nimmt Österreich eine Vorreiterrolle in Europa ein. Die Selbstversorgung mit Agrarprodukten erreicht 100%.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben. Auch der Weinbau ist von Bedeutung, ebenso wie Viehzucht und Milchwirtschaft.

Österreich treibt mit rund 150 Ländern Handel. Zwei Drittel des österreichischen Außenhandels werden mit der EU abgewickelt. Die Haupthandelspartner sind Deutschland, Italien, die USA, die Schweiz und Frankreich.

6. Tourismus
6.1. Touristische Anziehungskräfte
Vor allem die reizvolle Landschaft macht Österreich zu einem Anziehungspunkt des internationalen Tourismus. Österreich ist ein Gebirgsland und eine der Naturland-Reserven Mitteleuropas. Hier gibt es 88 größere Seen und ein Netz von Flüssen und Bächen mit einer Gesamtlänge von 100.000 km. Österreich ist auch für kulturorientierte Touristen ein Paradies; hier befinden sich viele bedeutende Museen und Galerien, jährlich werden 120.000 Veranstaltungen von Festivals bis Volkstanztreffen durchgeführt. Gleichzeitig ist es aber auch ein Schauplatz internationaler Konferenzen.

6.2. Typische Tourismusarten in Österreich
6.2.1. Erholungstourismus
Die Seenregion des oberösterreichischen Salzkammergutes zählt zu
den landschaftlich schönsten Teilen Österreichs. Die sog. „österreichische Riviera“ am
Wörther See, in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt Klagenfurt und die Badeorte am
Ossiacher See und am Millstätter See stellen attraktive Reiseziele für in- und ausländische
Feriengäste dar; außer dem vierten großen See , dem Weißensee, gibt es noch rund
zweihundert kleinere Seen. Internationalen Ruf haben die Kurorte Badgastein und Bad
Hofgastein mit den Gasteiner Thermalquellen. Vorarlberg ist wegen seiner Naturschönheiten
bei ausländischen Gästen sehr beliebt.

6.2.2. Kulturorientierter Tourismus
Im Juli und im August werden auf der Seebühne in Mörbisch Operetten gespielt. Im Juli
findet das Lockenhauser Kammermusikfest statt. In Kärnten wird jedes Jahr der
„Carinthische Sommer“veranstaltet. Niederösterreich ist reich an Ausgrabungsfunden und
Kulturdenkmälern: Bedeutende Funde stammen aus der Steinzeit (so die Venus von
Willendorf) und aus der Rémerzeit (etwa das Lager von Carnuntum). Die
Stifte und Kirchen der Romanik und Gotik und die großartigen Klöster und Schlösser des
Barock machen Niederösterreich für Kunstkenner besonders interessant. International
bedeutende Kunstprogramme aller Sparten bietet das Donaufestival. Linz ist Schauplatz
kultureller Ereignisse. Die Salzburger Altstadt wurde als historisches Gesamtkunstwerk bewahrt. Die Salzburger Festspiele werden durch die Osterfestspiele und Pfingstkonzerte ergänzt. Bregenz ist durch seine Festspiele international bekannt. Prunkvolle Baudenkmäler, Museen und Galerien mit einmaligen Kunstschätzen aus beinahe allen Kulturepochen des Abendlandes befinden sich in Wien. Wien gilt auch als die Stadt der Musik. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird über TV in alle Welt übertragen. Wien ist durch eine erlesene Theaterkultur charakterisiert. Die „Wiener Festwochen“ und das Filmfestival „Viennale“ sind internationale Attraktionen.

6.2.3. Sporttourismus
Wintersport und Alpinismus sind von großer Bedeutung. Wichtige Wintersportzentren sind beispielsweise Saalbach/Hinterglemm, Zell am See und Kaprun, ebenso wie ganz Tirol.
Das Arlberggebiet an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol gilt in der ganzen Welt als eine Hochburg des alpinen Skisports. Die Gebirge sind auch bei den Liebhabern des Wanderns beliebt. In Österreich gibt es viele gut ausgebaute Radwege. Den Touristen werden organisierte Radtouren angeboten, es stehen ihnen spezielle Radlerhotels zur Verfügung. Die Flüsse und Seen bieten Möglichkeit für unterschiedliche Wassersportarten an.

6.2.4. Wirtschaftsorientierter Tourismus
Wien tritt im Frühling und Herbst mit internationalen Messen, aber auch mit einer Reihe von
Fachmessen in Erscheinung. Weitere wichtige Messestädte sind Graz, Innsbruck, Klagenfurt.

6.2.5. Politikorientierter Tourismus
Wien ist eine Kongressstadt von Weltformat. Nach Paris ist sie die meistbesuchte Kongress-
stadt.

6.3. Touristische Infra- und Suprastruktur
Das Eisenbahn- und Straßennetz ist in Österreich gut ausgebaut. Österreich verfügt über sechs internationale Flughäfen. Die Donau als Wasserweg spielt eine wichtige Rolle. Es gibt viele Radwege. In den Feriengebieten stehen gut markierte Wanderwege zur Verfügung.

Außer den Hotels, Pensionen und Privatunterkünften stehen den Gästen noch viele andere Unterkunftsarten zur Verfügung. Es gibt ca. 50.000 gastronomische Einrichtungen in Österreich.

6.4. Reiseverhalten der Österreicher
Die Österreicher wollen im Urlaub nicht aktiv sein, sondern suchen mehr denn je Erholung und Entspannung. Die meisten Österreicher ab 14 Jahre würden ihre Ferien gern am Meer verbringen. Eine weitere beliebte Urlaubsbeschäftigung sind fremdländische kulinarische Genüsse zu genießen. Auch die zwischenmenschlichen Kontakte sollten in einem Urlaub nicht zu kurz kommen. Viele möchten am liebsten mit Freunden zusammen sein und neue Bekanntschaften schließen. Auch Einkaufsbummel, Fotojagd und gute Hotels sind durchaus „in“. Aktivitäten wie Gebirgswanderungen, Spazierengehen und Tanzen verzeichnen hingegen eine rückläufige Tendenz.

6.5. Inlandstourismus
Die positive Entwicklung des heimischen Tourismus setzt sich fort. Die Einnahmen aus dem Inlandsreiseverkehr weisen eine steigende Tendenz auf. Insgesamt steigt die Zahl der Übernachtungen. Ein Viertel aller Touristen machen die Österreicher aus.

6.6. Incomingtourismus
Der Ausländertourismus nimmt auch zu. Die Motive der Urlauber zeigen die folgende Entwicklung: Im Sommer steig das Interesse der Urlauber am Wandern. Die Mehrheit der Urlaubsaufenthalte in Österreich wird als Erholungsurlaub bezeichnet. Im Segment Familienurlaub kann sich der österreichische Tourismus über Erfolge auf allen Linien freuen.
In der Wintersaison nimmt der Sporturlaub zu. Die meisten Österreich-Gäste bezeichnen ihren Urlaub im Winter als Sporturlaub. Gleichzeitig ordnen die Gäste den Urlaub auch als Erholungsurlaub ein. Auch der Gesundheitsuralub nimmt zu. Konstant zeigt sich der Bereich der Kulturreisen.
Die meisten Touristen kommen aus Deutschland, den Benelux-Staaten, Großbritannien, Italien, Frankreich und den USA nach Österreich.

7. Bedeutung des Tourismus in der Wirtschaft
Dem Tourismus kommt in Österreichs Wirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Einkommens-bildung, bei der Beschäftigung und dem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht zu. Österreich präsentiert sich unter allen Industrienationen als jene mit dem höchsten Tourismusanteil an der Volkswirtschaft (8% des BIP). Mit den jährlichen Deviseneinnahmen aus dem Tourismus pro Kopf der Wohnbevölkerung gehört Österreich im Vergleich zu den anderen Industrienationen zu den Spitzenreitern. Auf diesem Gebiet kann man eine wachsende Tendenz beobachten. Trotz des entwickelten Inlandstourismus entfallen die meisten Deviseneinnahmen auf ausländische Gäste. Tirol hat den höchsten Anteil am in- und ausländischen Tourismus, gefolgt von Salzburg, Kärnten und der Steiermark. Die Tourismusbranche beschäftigt direkt und indirekt rund 500.000 Arbeitnehmer, rund 14% der Arbeitnehmer des Landes. Österreich ist damit unter den OECD-Ländern führend.

8. Organisationen in der Fremdenverkehrspolitik
Auf Ortsebene in den Gemeinden werden tourismusfördernde Aktivitäten von den Kur- und Verkehrsvereinen bzw. von den Verkehrsämtern wahrgenommen. Zu ihren Aufgaben zählen u.a. Zimmervermittlung, Erteilung von Auskünften, Werbetätigkeit, Koordination der Tourismusaktivitäten der Gemeinde und Tätigkeit als Absatzvermittlung für den Verkauf des lokalen Angebots.

Gemeinden mit einheitlichem Angebotsprofil schließen sich zur Verbesserung ihrer Marktposition zu Regionalverbänden zusammen. Zu ihren Aufgaben zählen z.B. Marketingaktivitäten, Planung infrastruktureller Einrichtungen und Organisation besonderer Veranstaltungen.

Die Einrichtung der Tourismusorganisationen auf Landesebene ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Die Tourismusorganisationen auf Bundesebene sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten und das Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr, das Kuratorium des österreichischen Fremdenverkehrs und die Österreich Werbung e. V.

Die Österreich Werbung ist eine Marketingorganisation des gesamten österreichischen Tourismus. Sie ist ein gemeinnütziger Verein. Die Mitglieder dieses Vereins sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten, die neun Bundesländer sowie die Wirtschaftskammer Österreich. Sie beteiligen sich prozentual an der Aufbringung des Budgets. Zur Unterstützung der Marketing-Aktivitäten im Ausland verfügt die Österreich Werbung über Außenstellen und ehrenamtliche Vertretungen im Ausland. Zu ihren Aufgaben zählen Imagewerbung und Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung, Aufbereitung neuer Märkte und Serviceleistungen für die Tourismuswirtschaft in bereits aufgearbeiteten Märkten.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft

Die Schweizerische Eidgenossenschaft liegt im südlichen Mitteleuropa. Ihr Staatsgebiet beträgt 41.000 km2. Ihre Nachbarländer sind Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Sie hat 7,2 Millionen Einwohner (2002). Die Haupststadt ist Bern. Die Schweiz ist ein Bundesstaat mit 26 souveränen Einzelstaaten, offiziell aber nur 23 Kantonen. Von diesen 23 sind 3 in Halbkantone aufgegliedert Die Amtssprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

1. Geografische Regionen
Großräumig lässt sich die Schweiz in drei Landschaften unterteilen: die Alpen, das Mittelland und den Jura.

1.1. Die Alpen
Etwa 60% des Staatsgebietes liegen im Bereich der Alpen. Neben einer Vielzahl von Berg-spitzen von über 4000 Metern Höhe, prägen ausgedehnte Gletscher (z.B. Aletschgletscher) die alpine Landschaft der Schweiz. Der höchste Gipfel ist die Dufourspitze (4634 m) im Monta-Rosa-Massiv. Die bekanntesten Berge sind Matterhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau. Die vier wichtigsten Pässe – Grimsel, Furka, Gotthrad und Oberalp – befinden sich auch hier. Sie machen die Schweiz zum wichtigen Verkehrs- und Durchgangsland. In erster Linie dienen die Alpen immer noch der Landwirtschaft, vor allem der Viehzucht und Milchwirtschaft. Deneben werden die Alpen im Sommer als Wander- und Klettergebiet, im Winter als Skiparadies geschätzt.

1.2. Das Mittelland
Etwa 30% der Gesamtfläche bilden das Mittelland. Das ist ein Band flacher bis hügeliger Teillandschaften. Hier konzentriert sich das wirtschaftliche Leben der Schweiz. Im Mittelland befinden sich die intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete, aber auch die meisten der großen Städte mit ihren Industrie- und Dienstleistungsbetrieben, wie z. B. Bern, Zürich, Winterthur, Lausanne.

1.3. Der Jura
Die restlichen 10% gehören zum Jura, einem Mittelgebirge. Zwar ist der Jura weniger stark besiedelt, dennoch gibt es dort einige Industriegebiete, vor allem die Uhrenindustrie.

Zwei räumlich kleine, aber wichtige Gebiete passen nicht in das Schema der Dreiteilung: die Stadt Basel, Zentrum der chemischen und pharmazeutischen Industrie, liegt jenseits des Juras in der Nordwestecke des Landes und gehört geografisch bereits zur Oberrheinischen Tiefebene. Das Südtessin, der südlichste Zipfel der Schweiz, liegt jenseits der Alpen im Einzugsgebiet der Poebene.

2. Gewässer
Die wichtigsten Seen sind der Genfersee, der Neuenburgersee, der Vierwaldstättersee, der Bodensee, der Zürichsee und der Lago Maggiore, die bedeutendsten Flüsse sind die RhÙne, der Rhein und der Po.

3. Klima
Die Lage im Herzen Europas weist der Schweiz eine Mittelstellung zwischen den ozeanisch beeinflußten Gebieten und den kontinentalen Bereichen im Osten zu. Ausgeprägt ist der Unterschied zwischen Süd und Nord, was sich am scharfen Übergang vom mediterranen Südeuropa zum rauheren Nordeuropa zeigt. Der Alpenwall bildet eine Klimascheide. Im Mittelland und an der Alpennordseite ist das Klima mitteleuropäisch, in den Zentralalpen trocken, an der Alpensüdseite mediterran. Desweiteren ist das Klima durch Niederschlagsreichtum gekennzeichnet. Es wird auch durch den Föhn beeinflusst. Erstaunliche Temperatursteigerungen sind in den nördlichen Alpentälern unter Föhneinfluss möglich.

4. Staatsaufbau
Der Staat besteht aus Gemeinden und Kantonen, schweizerisch auch Stände genannt. Sie besitzen weitgehende Autonomie.

Die Regierungsform ist die demokratische Republik in Form der direkten Demokratie.

Die Bundesgesetzgebung liegt bei der Bundesversammlung. Diese besteht aus 2 Kammern, dem Ständerat (46 von den Kantonen gewählte Vertreter) und dem Nationalrat (200 in allgemeiner Wahl gewählte Mitglieder).

Der Bundesrat wird von der Vereinigten Bundesversammlung auf 4 Jahre gewählt. Er übt die vollziehende Gewalt (Regierung) aus. Seine 7 Mitglieder sind Leiter der Departemente (Ministerien).

Aus dem Bundesrat wählt die Bundesversammlung den jährlich wechselnden Bundespräsidenten.

Die Kantone haben eigene Volksvertretungen und Regierungen.

Die Schweiz ist kein Mitglied der NATO und trat auch der EU nicht bei.

5. Wirtschaft
In der Schweiz gibt es 3,8 Millionen Erwerbstätige, 70% von ihnen arbeiten im Dienstleistungssektor, 25% in der Industrie und 5% in der Landwirtschaft.
66,1 % des BIPs stammen aus dem Dienstleistungssektor, 31,1% aus der Industrie und 2,8% aus der Landwirtschaft (1998).

Trotz geringer Bodenschätze und wenig eigener Ressourcen ist die Schweiz heute überwiegend ein Industrieland, möglich gemacht durch die hohe Qualifikation der Arbeitskräfte und das hohe technologisches Wissen, sowie durch die Veredelung von Zwischen- und Teilprodukten zu qualitativen Markenartikeln, die wegen des kleinen internen Marktes in großem Maße im Ausland abgesetzt werden. Da das Land über keine fossilen Brennstoffe verfügt, wandte es sich sehr früh der Nutzung der Wasserkraft zu. Die Nutzung der Kernenergie zur Elektrizitätsgewinnung ist ebenso von großer Bedeutung. Desweiteren wird der Energiebedarf durch Erdöl, Kernenergie, Wasserkraft, Erdgas u.a. gedeckt.

Die Industrieregionen befinden sich vorwiegend im nördlichen Mittelland und im Jura.

Der wichtigste Industriezweig ist die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, die einen Löwenanteil an der Volkswirtschaft und an der exportorientierten Industrie hat. Um konkurrenzfähig zu bleiben, versucht sie vor allem „maßgeschneiderte" Produkte anzubieten. Das Angebot der produzierten Waren erstreckt sich von der Hochpräzisionswaage bis zum Dieselmotor für Riesentanker. Die wichtigsten Firmen dieses Bereiches sind ABB, Asea Brown Boveri, in Zürich und Sulzer. 45% der Exporteinnahmen entfallen auf die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Hier wird etwa die Hälfte der Arbeitnehmer beschäftigt.

Die chemische Industrie hat ihren Schwerpunkt in Basel. Ciba-Geigy mit dortigem Sitz gehört zu den zehn größten Unternehmen der Schweiz. Ein weiteres wichtiges Unternehmen ist Roche. Als erste Branche gründete sie Zweigniederlassungen im Ausland und internationalisierte dadurch ihre Produktion. Die hauptsächlichen Tätigkeitsbereiche sind: Medikamente, agrochemische Produkte, Reinigungsmittel, Farbstoffe, Parfüme und synthetische Aromen. Die chemische Industrie verkauft auch Lizenzen ins Ausland.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist die viertgrößte Exportindustrie des Landes. Sie konzentriert sich auf folgende Tätigkeitsbereiche: synthetische Fasern und Fäden, Baumwollfäden und –stoffe, Wollfäden und –stoffe, Wirk- und Strickwaren und Schuhfabrikation.

Die Uhrenindustrie befindet sich heute vor allem im Jura und in Genf. Luxusuhren (Rolex, Omega) haben ebenso wie das Billigsortiment (Swatch) offenkundigen Erfolg, und Hochpräzisionsuhren zählen nach wie vor zu den Trümpfen dieser Industrie. 95% der jährlich produzierten Uhren gehen in den Export.

Die Lebensmittelindustrie zeichnet sich durch ein großes Angebot von Produkten aus. Die Vielfalt der Erzeugnisse gilt sowohl für Produkte aus der einheimischen Landwirtschaft (Käse, Milchpulver, Bier, Wein, Tiefkühlprodukte, Suppen, Konserven, Diätprodukte) als auch für jene, die aus importierten Rohstoffen weiterverarbeitet werden (Pulverkaffee, Teigwaren, Schokolade, Biskuits und Konfiserieprodukte, Zigaretten). Von den Produkten der Nahrungsmittelindustrie sind Schokolade und Käse weltberühmt. Die wichtigsten Untenehmen, die in dieser Branche tätig sind, sind der Nestlé-Konzern in Vevey, Kraft-Jacobs-Suchard in Zürich, Hero und Knorr.

Nur ein Viertel der Fläche der Schweiz ist landwirtschaftlich nutzbar. Das Zentrum der Landwirtschaft ist das Mittelland, wo vor allem Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und Tabak angebaut werden. In den Alpen werden Viehzucht und Milchwirtschaft betrieben. An den Berghängen mit wärmerem Klima und im Tessin beschäftigt man sich mit Obst- (Südfrüchte, Aprikosen), Gemüse- (Tomaten) und Weinbau. Dank dem Einsatz von besseren produktions-methoden, von Maschinen, Dünger und Chemikalien erfolgte seit den 50er Jahren eine starke Produktivitätssteigerung. Drei Viertel der Wertschöpfung in der Landwirtschaft stammen aus der Viehwirtschaft (Fleisch, Milch), ein Viertel aus dem Ackerbau, der zum Teil Spezial-kulturen (Wein, Südfrüchte, Tabak) umfasst.

Der Dienstleistungssektor umfasst den Handel, die Banken, den Verkehr, die Telekommuni-kation, die Versicherungen und das Gastgewerbe.

Mit 6000 Banken und und rund 4000 Filialen ist die Schweiz das bankenreichste Land der Welt. Neben den vielen Regionalbanken und Sparkassen gibt es vier Großbanken (SBG, SBV, SKA, und die Zürcher Kantonalbank). Wegen politischer Stabilität und Bankgeheimnis (eingeführt 1934) gilt die Schweiz seit langem im Ausland als sicherster Ort zur Geldaufbewahrung. Die Tätigkeiten der großen Banken konzentrieren sich im Handel und in der Industrie auf die Bereitstellung von Kapital und Krediten, ebenso auf die Vermögensver-waltung.

Der Außenhandel ist für die Schweiz eine Notwendigkeit. Die Zahlungsbilanz weist im Warenverkehr traditionell ein Defizit auf, ist jedoch dank dem Tourismus und den Kapital-erträgen insgesamt positiv. Die Einfuhrzölle sind sehr gering und es gibt kaum Einschrän-kungen für Einfuhren. Die Schweiz wickelt den Großteil ihrer Exportgeschäfte mit EU-Ländern ab - in erster Linie mit Deutschland, Frankreich und den Niederlanden -, an zweiter Stelle stehen die USA als Handelspartner, gefolgt von Japan. Im Import dominieren die Rohstoffe, landwirtschaftliche Produkte, Maschinen, Textilien, im Export die Fertigwaren: Maschinenbauerzeugnisse, chemische und pharmazeutische Produkte, Apparate und Uhren, Textilien und Bekleidung sowie Nahrungsmittel.

6. Tourismus
6.1. Touristische Anziehungskräfte
Touristische Anziehungskräfte sind gesunde Luft, die eng beieinander liegenden unterschiedlichsten Landschaften (Gletscher, Seen, Schneefelder, Palmen), Ruhe, politische Stabilität, kulturelle Veranstaltungen, die vielen Messen, Banken usw. für den geschäftsorientierten Fremdenverkehr und die zahlreichen internationalen Organisationen für den politikorientierten Fremdenverkehr.

6.2. Typische Tourismusarten
6.2.1. Erholungstourismus
Erholung zur physischen und psychischen Regeneration (in den Gebirgen, z.B. im Jura, in
der Südschweiz mit mediterranem Klima) sowie Kurerholung (Luftkurorte in den Bergen,
über 20 Heilbäder) sind typisch.

6.2.2. Kulturorientierter Tourismus
Viele Galerien, Kunstsammlungen, Museen, Kunstbauten erwarten die Touristen. Tausende
Veranstaltungen aller Art (kulturelle und folkloristische Darbietungen, z.B. die
Kunstmesse Art in Basel für moderne Kunst, das Musikfestival in Montreux mit Jazz,
Rock und Pop, die Musikfestwochen in Luzern mit klassischer Musik, das Filmfestival in
Locarno) werden überall in der Schweiz durchgeführt. Für Ausländer werden Sprachkurse
in rund 150 Instituten organisiert. Auch das Kunsthandwerk hat große Tradition.

6.2.3. Sporttourismus
In der Schweiz können sich die Touristen auf vielfältige Weise sportlich betätigen:
Alpinismus, Langlauf, Skifahren im Winter und im Sommer, Snowboarding, Eislauf St.
Moritz gilt als einer der ältesten und bekanntesten Wintersportorte., im Engadin gibt es Pferderennen auf Schnee, außerdem Kanufahren und Segeln.

6.2.4. Wirtschafts- und politikorientierter Tourismus
Die Schweiz hat einen ausgezeichneten Ruf als Kongress- und Incentiveland, denn es bietet die optimale Kombination für den Erfolg eines Anlasses: gut erreichbar dank seiner zentralen Lage, modernste Infrastruktur sowie attraktive Rahmenprogramme und Incentives. Schauplätze des Geschäftstourismuses und Kongresstourismuses sind z.B. Genf, wo viele internationale Organisationen ihren Sitz haben, Ausstellungs- und Messetourismus sind z.B. in der Handels- und Messestadt Genf charakteristisch.

6.3. Touristische Infra- und Suprastruktur
Die touristische Infra- und Suprastruktur ist gut ausgebaut.
Die Schweiz zählt über eine Million Betten in den verschiedenen Unterkünften. Es gibt nicht nur große Hotels in der Schweiz; 41% der Betriebe zählen nicht mehr als 20 Betten, 34 % zählen 50 Betten.

Für die Gäste wird der Komfort laufend verbessert: die Schweizer Hoteliers z.B. investieren jährlich mehrere hundert Millionen Franken für Neubauten und Renovierungen. Für die Ver-
pflegung der Gäste stehen rund 27.000 Restaurants, Cafés und Gaststätten zur Verfügung. Mit einem Betrieb auf rund 260 Einwohner ist die Schweiz eines der gaststättenreichsten Länder der Welt.

Die Schweiz verfügt über moderne Verkehrsmittel. Das Eisenbahnnetz umfasst rund 5.000 km. Es ist voll elektrifiziert. Die Schweiz hat drei interkontinentale Flugplätze (in Zürich, Genf und Basel) und zwei weitere Flughäfen (in Lugano und Bern). Das Mittelland, der Jura und die Voralpen sind durch ein dichtes Netz von Haupt- und Nebenstraßen erschlossen. Die 32 Passstraßen gehören zu den touristischen Attraktionen. Auf den Seen und Flüssen verkehren viele Schiffe. Den Ausflüglern stehen ca. 50.000 km markierte Wanderwege zur Verfügung. Viele Zahnradbahnen und Seilbahnen bringen die Touristen mitten in die Bergwelt und im Winter sind zahlreiche Skilifte in Betrieb.

6.4. Inlandstourismus
Wegen des hohen Entwicklungsstandes verfügt der schweizerische Tourismus über eine starke Binnennachfrage. In der Schweiz entfallen etwas mehr Übernachtungen auf die Schweizer Gäste als auf die ausländischen Touristen. Zu den beliebten Reisezielen in der Schweiz gehört der Luftkurort Davos, wo auch ein Wanderparadies erschlossen und eine Skiregion geschaffen wurde. Außerdem ist die Stadt ein weltweit bekanntes Kongresszentrum für Geschäftsleute und Politiker. Die außerordentlich gute Infrastrukturen für Kultur, Sport und Freizeit machen Lausanne zu einem populären Reiseziel. In der Stadt werden auch Kongresse und Messen abgehalten. Montreux-Vevey wird als „Perle der Schweizer Riviera“ bezeichnet. Es ist eine ideale Destination für Freizeittourismus, aber auch für Abhaltung von Meetings und Kongressen. Das Kulturangebot ist auch sehr vielfältig. Die Ferienorte der Alpen im Genferseegebiet bieten ein Bergkilma, im Winter verschiedene Sportarten, im Sommer wird die Umgebung zu einem Abenteuerpark für Wandern, Mountainbike, Klettern, Gleitschirmfliegen, Rafting, Kanu/Kajak und Golf unter anderem. Bevorzugte Destinationen sind noch die Seen, dren programm aus segeln, Kanu, Tretboot fahren, Schwimmen und Rundfahrten besteht. Der Jura ist beliebt bei den Liebhabern von Sport, dort befinden sich auch wildromantische Landschaften und ein reiches Kulturangebot.

6.5. Outgoingtourismus
Die Schweizer Touristen geben ungefähr so viel Geld im Ausland für Tourismus aus wie im eigenen Land. Die Nachbarländer sind die beliebtesten Destinationen der Schweizer Touristen, an der Spitze mit Frankreich, gefolgt von Italien an zweiter und Deutschland an dritter Stelle. Den vierten Platz nimmt Spanien, den fünften Österreich ein. Die USA sind aber als Reiseziel vom Platz sechs auf Platz sieben abgerutscht. Ungarn gelangte zum ersten Mal unter die ersten 10 Destinationen und belegte den Platz 10.

6.6.Incomingtourismus
In der Schweiz machen circa so viele ausländische Gäste Reisen wie schweizerische. Die ausländischen Touristen geben jedoch für Aufenthalte in der Schweiz mehr Geld aus als die Schweizer. Die meisten Touristen kommen aus Deutschland, den USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien.

7. Bedeutung des Tourismus in der Wirtschaft
Der Tourismus ist ein wesentlicher Faktor in der schweizerischen Wirtschaft. Das Bruttoeinkommen aus dem Tourismus macht 8% des BIPs aus. Die Schweiz hat einen Platz unter den zehn umsatzstärksten Tourismusländern und gehört mit der jährlichen Beherbergung von etwa 20 Millionen Gästen aus aller Welt zu den weltweiten Top-Ten nationaler Tourismusdestinationen. Der Toursimus bietet rund 208.000 Arbeitsplätze direkt im Tourismus, weitere 92.000 sind in anderen Zweigen stark mit dem Tourismus verbunden. Was die Fremdenverkerseinnahmen und Ausgaben von Schweizer Touristen im Ausland anbelangt, bleibt regelmäßig ein Überschuss zugunsten der schweizerischen Ertragsbilanz.

8. Organisationen der Tourismuspolitik
Die Träger des Tourismus in der Schweiz sind: der Swiss Tourismus und der Schweizerische Tourismus-Verband. Der erste hat seinen Sitz in Zürich sowie 24 ausländische Zweigstelle, die eine rege Werbetätigkeit ausüben. Der zweite hat seinen Sitz in Bern und fungiert als privatrechtlicher Dachverein. Er vertritt vor allem die wirtschaftlichen Interessen des Sektors, indem er sich hauptsächlich mit organisatorischen Arbeiten und den Grundlagen einer Tourismuspolitik befasst. Außerdem gibt es in der Schweiz zahlreiche kantonale, regionale und lokale Organisationen und Werbestellen.









5. Wirtschaftliche Grundbegriffe


Die Wirtschaft und die Wirtschaftssektoren
Volkswirtschaft bedeutet die Gesamtheit der in einem Land wirtschaftenden Einheiten, deren Vermögen und die Beziehungen zwischen ihnen.
In einer Volkswirtschaft können drei Sektoren unterschieden werden. Der primäre Sektor sind die Land- und Forstwirtschaft, den sekundären Sektor bildet die Produktion (Industrie und Bergbau) und zum tertiären Sektor gehören die Dienstleistungen.
Die Sektoren können weiter in Wirtschaftszweige unterteilt werden. So sind z.B. der Tourismus und das Gastgewerbe Wirtschaftszweige im Dienstleistungssektor.

Wirtschaftssysteme
In jeder Volkswirtschaft vollzieht sich das gesamtwirtschaftliche Geschehen in bestimmten Ordnungsformen. Die Wirtschaftsordnung umschreibt, auf welche Weise und durch welche Regelungen die am Wirtschaftsprozess beteiligten Einheiten aufeinander abgestimmmt werden, wie also Haushalte, Unternehmen und Staat zusammenwirken.
Grundsätzlich existieren zwei Modellvorstellungen von Wirtschaftssytemen, die aber in der Praxis nirgends vollkommen durchgeführt werden.

Die Zentralverwaltungswirtschaft
In diesem System wird alles bis ins Detail vom Staat aus gelenkt und geplant. Der Staat bestimmt Art, Menge, Preis und Ort der Produktion sowie ihre Verteilung. Die Produktionsmittel sind im Staatseigentum. Es gibt weder Privatunternehmer noch freie Bauern. Aus der Zentralverwaltungswirtschaft als Modell entwickelte sich die Planwirtschaft in den ehemaligen sozialistischen Ländern.

Die freie Marktwirtschaft
Das ist eine dezentrale Wirtschaft, es wird besonders durch das individuelle, private Eigentum (auch an Produktionsmitteln) und den Leistungswettbewerb charakterisiert. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, die Art und Menge der produzierten Güter. Das setzt allerdings voraus, dass eine Vielzahl von Produzenten vorhanden ist, die sich im Konkurrenzkampf gegenüber stehen. In der freien Marktwirtschaft garantiert der Staat die Vertragsfreiheit, den freien Wettbewerb und ein funktionierendes Geldwesen, er greift aber nicht in den Wirtschaftsprozess ein. Der Nachteil dieses Systems ist, dass der wirtschaftlich Schwächere zugrunde geht, jeder für sich selber sorgen muss und es keine Arbeitsplatzsicherung oder Sozialfürsorge gibt.

Die soziale Marktwirtschaft
Mit der sozialen Marktwirtschaft wird versucht, den oben genannten Begleiterscheinungen eines solchen Wirtschaftssystems entgegenzuwirken und Ungerechtigkeiten der Marktwirtschaft zu vermeiden. Die Prinzipien der marktwirtschaftlichen Ordnung – Privateigentum, Notenbankautonomie und stabiles Geld, marktordnende Wettbewerbpolitik, freie Preisbildung, freie Löhne, freie Geschäfts- und Arbeitsbedingungen, Beschränkung staatlicher Wirtschaftspolitik auf Ordnungsfragen, marktkonforme Interventionen – werden mit der sozialen Sicherung verbunden.

Die Ziele der sozialen Marktwirtschaft sind:
stetiges, langfristiges Wirtschaftswachstum
Sicherung der Vollbeschäftigung
Geldwertstabilität, d.h. stabiles Preisniveau
Zahlungsbilanzausgleich
Diese vier Ziele werden als magisches Viereck bezeichnet, weil es nicht möglich ist, all diese Ziele gleichzeitig in vollem Umfang zu verwirklichen. Manche der Ziele unterstützen sich gegenseitig, wie Wirtschaftswachstum und hohes Beschäftigungsniveau, manche sind aber konkurrierend, z.B. Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.
Das Viereck kann sich durch weitere Faktoren – eine gerechte Einkommensverteilung und Umweltschutz – zum magischen Sechseck (in anderen Interpretationen: Vieleck) erweitern.

Der Markt
In der sozialen Marktwirtschaft ist der Antriebsmotor und das lenkende Element der Markt. Unter Markt versteht man im konkreten Sinne den Ort, wo Waren gekauft und verkauft werden. Im volkswirtschaftlichen Sinne verstehen wir unter Markt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, also eine gedankliche Zusammenfassung aller Angebote und Nachfragen in einem bestimmten Gebiet für eine bestimmte Ware.
Das Angebot bildet die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die verkauft werden soll, die Nachfrage bedeutet die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die beschafft werden soll. Auf dem Markt bildet sich je nach Angebot und Nachfrage der Preis für die Güter und Dienstleistungen. Unter Preis wird ein Geldbetrag verstanden, der für ein Produkt oder eine Dienstleistung gefordert wird. Unter anderem reguliert der Marktpreis die Volkswirtschaft. Wenn der Preis steigt, wird die Produktion angeregt, aber die Nachfrage geht zurück. Fällt der Preis, steigt die Nachfrage, jedoch die Produktion wird eingeschränkt. Der Preis stimmt Angebot und Nachfrage aufeinander ab. Der Markt kann sich zum Nutzen der Verbraucher aber nur dann selbst regeln, wenn die Anbieter durch die Konkurrenz zu immer größeren Leistungen veranlasst werden.

Staatliche Maßnahmen
In der „real existierenden” Marktwirtschaft wird dem Staat eine weitgehende Ordnungsfunktion eingeräumt: er kann durch aktive Eingriffe marktwirtschaftliches Geschehen dort ergänzen, wo es versagt oder zu unerwünschten gesellschaftlichen oder sozialen Ergebnissen führt. Man kann folgende Arten des Eingreifens unterscheiden:
Die Marktsicherung. Es besteht aus Maßnahmen, die die rechtliche Basis für die Schaffung eines echten Leistungswettbewerbs legen. (z.B. Gesetze)
Die Marktbeeinflussung. Hierzu gehören die Maßnahmen, Stellungnahmen, Hinweise durch Vertreter der Regierung oder Aufrufe, Aktionen für oder gegen ein Produkt oder eine Dienstleistung, die entweder zur Einsparung oder zum Kauf oder zur Ablehnung eines Produktes oder einer Dienstleistung führen.
Die Marktregulierung. Damit werden bei Angebotsüberhang Produzenten gestützt und deren Risiken vermindert, bei Nachfrageüberschuss eine hinreichende Versorgung der Verbraucher gesichert.

Alle Eingriffe des Staates dürfen den marktwirtschaftlichen Mechanismus jedoch nicht stören oder außer Kraft setzen, sie müssen marktkonform sein.
Bei staatlichen Eingriffen gibt es drei Zielsetzungen:
Wettbewerbspolitische Ziele: Der Staat muss für eine Aufrechterhaltung des Wettbewerbs und eine Sicherung der Stellung der Verbraucher sorgen, indem er Gesetze zur Ordnung des Wettbewerbs und zum Schutz der Verbraucher schafft.
Stabilitätspolitische Ziele: Da Wirtschaftskrisen zu Konkursen und höherer Arbeitslosigkeit führen können, muss der Staat eingreifen, um den Wirtschaftsablauf zu verstetigen. Er kann Steuern und Staatsausgaben erhöhen oder senken. Er kann bestimmte wirtschaftlich schwache Regionen fördern oder existenzgefährdete Betriebe unterstützen.
Sozialpolitische Ziele: Da das Wirtschaftssystem leistungsbetont sein muss, wenn es funktionieren soll, kann es zu nicht hinnehmbaren Härten für Leistungsschwache kommen, die durch den Staat korrigiert werden müssen. Dazu tragen vor allem das System der progressiven Besteuerung, aber auch die Sozialversicherung, die Sozialhilfe und die Arbeitsschutzbestimmungen bei.


6. Unternehmensformen


1. Begriffe
Das Unternehmen ist eine Rechtseinheit, es ist ein komplexes, soziotechnisches System, das Sachgüter und/oder Dienstleistungen für den Bedarf anderer bereit stellt.
Die Unternehmung ist eine menschliche Tätigkeit, die durch die Befriedigung der Bedürfnisse anderer und der Verbraucheransprüche Profit anstrebt. Die Unternehmung wird von einer natürlichen oder juristischen Person im eigenen Namen, auf eigenes Risiko, geschäftsmäßig ausgeübt.
Natürliche Personen sind im Rechtssinn alle Menschen, juristische Personen sind einheitlich rechtlich geregelte soziale Organisationen, die als Einheit rechtsfähig, d.h. Träger von Rechten und Pflichten sind.
Für jedes Unternehmen sollten Selbständigkeit, Profitorientiertheit und Risikofreudigkeit gelten, aber die wichtigste Voraussetzung ist ein wirksamer Markt, auf dem das Unternehmen tätig ist.

2. Die Rechtsformen der Unternehmungen
Hier können wir zwischen Einzelunternehmen und Gesellschaftsunternehmen unterscheiden.

2. 1. Das Einzelunternehmen
Das Einzelunternehmen wird von einer Person gegründet, sie ist der alleinige Eigentümer. Er trägt das Risiko allein, er haftet unbeschränkt für die Geschäftsschulden und der erwirtschaftete Gewinn gehört ihm. Der Einzelunternehmer ist eine natürliche Person. Zur Gründung eines Einzelunternehmens wird kein Mindestkapital vorgeschrieben. Ein Einzelunternehmen zu gründen ist die Person berechtigt, die volljährig und geschäftsfähig ist, einen ständigen Wohnort hat und aus der Unternehmungstätigkeit nicht ausgeschlossen ist. Der Einzelunternehmer muss bei der Selbstverwaltung einen Unternehmerausweis beantragen und die Unternehmungstätigkeit anmelden. Er darf Angestellte beschäftigen, aber er ist verpflichtet, sich an der unternehmerischen Tätigkeit persönlich zu beteiligen.

2. 2. Das Gesellschaftsunternehmen
Die Gesellschaft ist der vertragliche Zusammenschluss mehrerer Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles. Es gibt zwei Formen der Gesellschaften: die Personengesellschaft und die Kapitalgesellschaft.

2. 2. 1. Die Personengesellschaften
Bei den Personengesellschaften stehen die beteiligten Personen (die Unternehmer) im Vordergrund, nicht das eingebrachte Kapital. Personengesellschaften, bei denen die persönliche Leitung und Mitarbeit der Gesellschafter im Vordergrund stehen, kommen in zwei Formen vor: als offene Handelsgesellschaft (OHG) und als Kommanditgesellschaft (KG).

2. 2. 1. 1. Die offene Handelsgesellschaft (OHG)
Die offene Handelsgesellschaft ist eine handelsrechtliche Vereinigung von mindestens zwei Personen zum Betrieb eines Handelsgewerbes einer gemeinsamen Firma. Jeder Gesellschafter haftet unbeschränkt gegenüber den Gläubigern der OHG. Bei der OHG sind alle Gesellschafter (Mitglieder) zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet. Eine OHG wird durch einen Gesellschaftsvertrag gegründet, es ist kein Mindestkapital vorgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustverteilung geschieht nach den Kapitalanteilen, wenn es durch den Gesellschaftsvertrag nicht anders geregelt wird.

2. 2. 1. 2. Die Kommanditgesellschaft (KG)
Die Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit. Bei der KG haftet mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt gegenüber den Gläubigern, er ist der Komplementär, die anderen Teilhafter haften nur in Höhe ihrer Einlagen also beschränkt, sie sind die Kommanditisten. In der KG sind die Kommanditisten an der Geschäftsführung nicht beteiligt, dazu ist nur der Komplementär berechtigt und verpflichtet. Eine KG wird auch durch einen Gesellschaftsvertrag gegründet, es sind ein Komplementär und mindestens ein Kommanditist zur Gründung nötig. Es wird kein Mindestkapital vorgeschrieben. Beschlüsse werden in der Hauptversammlung gefasst, wo jeder Gesellschafter Vertretungsrecht und eine Stimme hat. Die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt nach den Kapitalanteilen, wenn es durch den Gesellschaftsvertrag nicht anders geregelt wird.

2. 2. 2. Die Kapitalgesellschaften
Eine Kapitalgesellschaft ist eine Unternehmensform, bei der im Gegensatz zur Personengesellschaft die kapitalmäßige Beteiligung aller Gesellschafter im Vordergrund steht und bei der alle Gesellschafter nur mit ihrer Einlage haften. Eine Kapitalgesellschaft muss ein gesetzlich festgelegtes Mindestkapital haben. Während einer Personengesellschaft die eigene Rechtspersönlichkeit fehlt, sind die Kapitalgesellschaften juristische Personen.

2. 2. 2. 1. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, bei der die Gesellschafter nur mit Einlagen auf das in Stammeinlagen zerlegte Stammkapital an der Gesellschaft beteiligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeit der Gesellschaft zu haften. Eine GmbH wird durch einen Gesellschaftsvertrag mit einem im voraus bestimmten Stammkapital gegründet, das zur Zeit mindestens 3 Millionen Ft betragen muss. Bei der Gründung müssen 30% des Stammkapitals, aber mindestens 1 Million Ft bar eingezahlt werden. Die Stammeinlage ist der Vermögensanteil, mit dem der Gesellschafter bei der Gründung zum Stammkapital beiträgt. Die Gesellschafter haften in Höhe ihrer Stammeinlagen, d.h. die Haftung ist beschränkt. Eine GmbH wird von den Geschäftsführern geführt. Das beschlussfassende Organ ist die Gesellschafterversammlung, die aus der Gesamtheit der Gesellschafter besteht. Die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt nach dem Anteil der Stammeinlagen aus dem Jahresüberschuss.

2. 2. 2. 2. Die Aktiengesellschaft (AG)
Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit, die zur Gründung mindestens fünf Gesellschafter (Aktionäre) bedarf. Die Gründung einer Aktiengesellschaft erfolgt durch eine Gründungsurkunde, die die Grundregeln beinhaltet. Das Grundkapital muss zur Zeit mindestens 20 Millionen Ft betragen, es besteht aus einer im voraus bestimmten Anzahl und dem Nennwert der Aktien. Bei der Gründung müssen davon 30 %, aber mindestens 10 Millionen Ft bar eingezahlt werden. Die Organe der AG sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung.
Die Hauptversammlung ist das beschlussfassende Organ. Sie setzt sich aus den Aktionären zusammen und wird mindestens einmal im Jahr vom Vorstand einberufen. Jeder Aktionär hat das Recht daran teil zu nehmen. Jede Aktie bedeutet eine Stimme in der Hauptversammlung.
Der Vorstand, der aus 3-11 Mitgliedern besteht, fungiert als Geschäftsführer. Er wird vom Aufsichtsrat bestellt (und wenn nötig, entlassen).
Es ist obligatorisch für eine AG, einen Aufsichtsrat zu wählen, der die Tätigkeit der Geschäftsführung (des Vorstandes) überwacht.
Der Gewinnanteil der Aktionäre heißt Dividende, die aus dem Jahresüberschuss nach dem Aktienanteil ausgeschüttet wird. Außerdem können die Aktionäre Anspruch haben auf Vergütung der Nebenleistungen, Anteil am Liquidationserlös, Stimmrecht in der Hauptversammlung, sowie auf Übersendung bzw. Bekanntmachung der Bilanz und Auskunftsrecht in der Hauptversammlung gegenüber dem Vorstand.

2. 2. 2. 3. Die Genossenschaft
Die Genossenschaften sind juristische Personen. Nach dem Genossenschaftsgesetz können mindestens sieben Personen eine Genossenschaft gründen.
Die Unternehmensform der Genossenschaft zielt auf eine gemeinsame Förderung des Erwerbs und der Geschäfte der Mitglieder durch einen gemeinsamen Geschäftsbetrieb. Die meisten Genossenschaften sind als Genossenschaften mit beschränkter Haftung organisiert, d.h. jedes Mitglied zahlt eine Einlage ein, die Haftung ist auf diese Einlage begrenzt. Der Genossenschaftsvertrag legt den näheren Zweck der Genossenschaft fest (z.B. Absatz- und Kreditgenossenschaften, gewerbliche Genossenschaften, Konsumgenosseschaften).
Organe einer Genossenschaft sind die Generalversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand.

3. Zusammenschlüsse von Unternehmen
In der Marktwirtschaft gibt es einen scharfen Konkurrenzkampf, der die Unternehmen zwingt, ihre Leistung ständig zu verbessern und womöglich auch zu verbilligen, um ihre Stellung am Markt zu sichern. Dieser Kampf um den Kunden kann zu Zusammenschlüssen von Unternehmen führen.
Unter Unternehmenszusammenschluss versteht man die Vereinigung rechtlich selbständiger Unternehmen zu bestimmten wirtschaftlichen Zwecken durch vertragliche Vereinbarung.
Die Motive und Vorteile der Zusammenschlüsse:
- Rationalisierung: durch Zusammenfassung oder Umorganisation von Produktionsprozessen und gemeinsame Nutzung von Ressourcen Kostensenkung erreichen.
- Spezialisierung: sich auf bestimmte Produktbereiche oder Marktsegmente konzentrieren, wo über besondere Qualitätsvorsprünge verfügt wird.
- Verbesserung der Marktstellung: aufgrund des steigenden Marktanteils kann es zur größeren Marktmacht kommen, die Kreditbasis und die Förderung im Bereich Forschung und Technologie können verbessert werden.
- Minderung der Risiken: es gibt eine breitere Verteilung des unternehmerischen Risikos.
Nachteile der Zusammenschlüsse:
- Die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer sinkt.
- Der Wettbewerb wird beschränkt.
Die Formen der Zusammenschlüsse können Fusion, Kartell, Konzern (auch multinationaler Konzern) und Holding sein.

3.1.Die Fusion
Fusion ist ein Zusammenschluss von zwei oder mehr Unternehmen zu einer Einheit. Die Unternehmen werden dabei wirtschaftlich und rechtlich zu einem einheitlichen Unternehmen miteinander vereint, d.h. sie geben ihre eigene rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit auf. Die Fusion von Unternehmungen kann in zwei Formen erfolgen:
- „Verschmelzung zur Neubildung” bedeutet, dass sich zwei Unternehmen vereinigen und ein neues Unternehmen bilden.
- „Verschmelzung durch Aufnahme” nennt man, wenn ein (meist größeres) Unternehmen das andere (meist kleinere) übernimmt, danach existiert als Rechtssubjekt und als Firma nur noch das übernehmende Unternehmen.

3.2.Das Kartell
Das Kartell ist die vertragliche Vereinbarung zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen gleicher Produktions- und Handelsstufe, die die Einschränkung des Wettbewerbs oder eine Marktbeherrschung durch Beseitigung der Konkurrenz zum Ziel hat. Wir können unter anderem unterscheiden:
- Gebietskartelle: den Mitgliedern wird ein bestimmtes Absatzgebiet zugeteilt
-Konditionskartelle: Absprachen über einheitliche Regelung von Zahlungs- und Lieferbedingungen
- Preiskartelle: auf Preisfestigung gezielt
- Rabattkartelle: Absprachen über einheitliche Gewährung von Preisnachlässen
Die Kartelle müssen zum Schutz des Kunden in ein Kartellregister eingetragen werden.
Kartelle sind in der EU grundsätzlich unzulässige Konzentrationsformen!

3.3.Der Konzern
Der Konzern ist die kapitalmäßige Verflechtung mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen unter einheitlicher, gemeinsamer Leitung. Das die Mehrheit des Grundkapitals beherrschende Unternehmen nennt man Muttergesellschaft, das über die Minderheit verfügende Unternehmen Tochtergesellschaft, die ihre rechtliche Selbständigkeit behalten kann.
Multinationale Konzerne sind Konzernverflechtungen über nationale Grenzen hinweg.

3.4.Die Holding
Eine Holding ist eine Beteiligungsgesellschaft, die nicht selbst produziert, sondern als Dachgesellschaft eines Konzerns fungiert. Eine Holding besitzt und verwaltet Anteile (Geschäftsanteile oder Aktien) anderer Gesellschaften, um auf diese Gesellschaften im Rahmen eines Konzerns maßgeblichen Einfluss auszuüben. Die beherrschten Unternehmen
bleiben nach außen rechtlich selbständig.
Die wirtschaftliche Selbständigkeit dagegen geht bezüglich der Finanzierung völlig und im Hinblick auf die Unternehmenspolitik weitgehend auf die Holding über. Die Idee der Holding kommt aus den USA.

4. Zusammenschlüsse im Tourismus und Gastgewerbe
Auch in diesen Branchen kommt es zu wirtschaftlichen Machtkonzentrationen. Es gibt wie auch in den anderen Wirtschaftszweigen drei Arten von diesen:
- Ein horizontaler Zusammenschluss vereinigt Unternehmen der gleichen Branche und Produktionsstufe, um den Marktanteil und damit die wirtschaftliche Macht gegenüber Dritten auszuweiten. Z.B. Hotel- und Restaurantsketten wie Hilton, Holiday-Inn usw.
- Vertikaler Zusammenschluss bedeutet, dass sich Unternehmen verschiedener Produktions- und Leistungsstufe, die bislang als Lieferanten und Kunden miteinander in Beziehung standen, zu verschiedenen Zwecken zusammenschließen. Z.B. Fluggesellschaften – Reisebüros – Hotels; Hotellieferanten – Hotels usw.
- Konglomerate sind Verschmelzungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Z.B. Kaufhaus Neckermann – Reiseveranstalter

Franchise
Obwohl dieser Begriff nicht zu den Rechtsformen der Unternehmen gehört, ist es ein relevantes Thema, deshalb wird dieses System hier kurz beschrieben.
Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet eine Vertriebsform, in der ein Franchise-Geber/Systemgeber selbständige Unternehmen sucht, die mit eigenem Kapitaleinsatz Waren oder Dienstleistungen anbieten, die der Franchise-Geber bereit stellt. Franchise kann auch bedeuten, dass der Franchise-Geber ein Dienstleistungskonzept mit einem entsprechenden Werbe- und Finanzierungsentwurf anbietet. Die Unternehmen, die dieses Konzept anwenden, werden die Franchise-Nehmer.
Beide Unternehmen haben Rechte und Pflichten, die in einem Vertrag geregelt werden.
Laut dem Franchise-Institut für die deutsche Wirtschaft (FIW) existieren folgende Franchise-Typen:
Vertriebsfranchising: Der Franchise-Nehmer verkauft bestimmte Waren in seinem Geschäft, welches den Namen des Franchise-Gebers trägt (Beispiel: Baumarkt).
Dienstleistungsfranchising: Hier bietet der Franchise-Nehmer Dienstleistungen unter der Geschäftsbezeichnung des Gebers an und verpflichtet sich, bestimmte Richtlinien und Vorgaben einzuhalten (Beispiele: Musikschule, Hotelkette).
Produktionsfranchising: Nach Anweisungen des Franchise-Gebers stellt der Nehmer eine bestimmte Ware selbst her und verkauft diese unter dem Warenzeichen des Franchise-Gebers (Beispiel: Getränkeabfüllbetrieb).
Franchising ist sowohl für Existenzgründer geeignet (als Franchise-Nehmer) als auch für ein bestehendes Unternehmen in einem stetig wachsenden, wettbewerbs-intensiven Markt (als Franchise-Geber).
Ein Franchise-System zeichnet sich durch eine Vielzahl von Leistungen aus, die der Systemgeber dem Nehmer anbietet. Diese Leistungen werden in der Regel mit einer pauschalen Monatsgebühr abgegolten, in manchen Fällen aber auch gesondert berechnet. Im allgemeinen verlangt jedes Franchise-System zum Zeitpunkt des Geschäftseinstiegs eine bestimmte Gebühr sowie weiterhin fortlaufend monatliche (oder quartalsweise) Beträge. Teilweise sind diese Gebühren auch als prozentualer Anteil vom Umsatz fällig.
Ein gutes Franchise-System zeichnet sich dadurch aus, dass es den Franchise-Nehmern Leistungen bietet, die ihnen dazu verhelfen, sich auf die eigentliche Geschäftsidee zu konzentrieren. In der Regel verkaufen die Franchise-Nehmer ein Produkt oder eine Dienstleistung. Die System-Leistungen sollten ihnen anfallende Verwaltungsaufgaben abnehmen und ihnen helfen, Sicherheit zu gewinnen - zum einen in der täglichen Arbeit (z.B. durch die richtigen Werbemittel), zum anderen aber auch bei dem Aufbau des Geschäftes.
Es gibt eine Vielzahl von konkreten Leistungen, die Systeme erbringen können oder sollten. Da sich die meisten Franchise-Systeme direkt oder indirekt mit dem Einzelhandel befassen, hat das Franchise-Institut für die deutsche Wirtschaft (FIW) diese beispielhaft aufgelistet:
Existenzgründungshilfen, wie Finanzierungsberatung, Einrichtungs- und Planungshilfen
Konzipierung von Werbemaßnahmen
Durchführung regionaler und überregionaler Werbe- und PR-Maßnahmen
Bereitstellung von Werbe- und Verkaufsförderungsartikeln
zentraler Einkauf
zentrale Buchhaltung
zentrale Datenverarbeitung
Bereitstellung von Marktvergleichsdaten in Form eines Betriebsvergleiches
Bereitstellung von Handbüchern, welche die wichtigsten Fragen in Bezug auf Organisation, Werbung etc. im täglichen Geschäftsablauf erklären
laufende betriebswirtschaftliche Beratung
Beratung bei Steuer- und Jahresabschlüssen
Demokratische Organe in Beiräten (Systembeirat, Werbebeirat, Produktbeirat, EDV-Beirat)
Hilfe bei Versicherung, Gebühren etc.

7. Marketing

1. Der Begriff Marketing
Das Wort selbst stammt vom englischen Wort „to market”: etwas „auf den Markt bringen”, „absetzen” der betrieblichen Leistungen. Marketing umfasst alle Maßnahmen, mit denen man seine Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt absetzen kann. Marketing bedeutet also eine marktgerechte und marktgerichtete Unternehmensführung.
Laut Krippendorf (Bern) ist Marketing im Fremdenverkehr die systematische und koordinierte Ausrichtung der Unternehmenspolitik von Fremdenverkehrsbetrieben sowie der privaten und staatlichen Fremdenverkehrspolitik der lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Ebene auf eine bestmögliche Befriedigung der Bedürfnisse bestimmter Konsumentengruppen unter Erzielung eines angemessenen Gewinnes.


Die Marketingplanung
Es muss immer genau geplant werden, welche Marketing-Zielvorstellungen durch welche Marketingstrategien erreicht werden können. Das Ergebnis wird im Marketingplan festgehalten: Dieser ist jener betriebliche Teilplan, der nach einer genauen Bestandsanalyse (Marktforschung) die konkret anzustrebenden Marketingsziele samt den erforderlichen Marketing-Mix-Maßnahmen enthält und der somit den Handlungsrahmen (Durchführung) für Untenehmer und Mitarbeiter bildet.
In den Planungs- und Realisierungsstufen eines Marketingkonzeptes müssen zuerst die Rahmenbedingungen und der Markt genau erforscht werden. Danach werden möglichst konkrete Marketingziele im Rahmen der Unternehmensziele formuliert, Marktsegmente und Zielgruppen ausgewählt. Dem folgt das Festlegen der Marketing-Mix-Maßnahmen und schließlich muss das Konzept realisiert, also durchgeführt werden.

Die Marktforschung
Die Marktforschung ist die Voraussetzung für die Marketingentscheidung und für die Festlegung der Marketingstrategie. Im Tourismusbereich wird Marktforschung als „die systematische Erforschung aller Faktoren, die den Besuch bestimmter Reiseziele und den Ansatz bestimmter Sach- und Dienstleistungen an Touristen beeinflussen” (Schmidhauser) bezeichnet. In der Marktforschung werden also Informationen besorgt, es wird die Struktur eines Marktes zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht.
Die primäre Marktforschung ist die erstmalige und unmittelbare Datenerhebung für einen bestimmten Zweck durch Feldforschung.
Unter sekundärer Marktforschung versteht man die methodische Auswertung von bereits vorhandenem Material vom Schreibtisch aus.
Die qualitative Marktforschung untersucht die Bedürfnisse, Motive und Eigenschaften der im Markt handelnden Personen (Nachfrager, eventuellen Konkurrenten).
Die quantitative Marktforschung bezieht sich auf objektive, messbare Marktgrößen.
Bei der Durchführung der Marktforschung muss man planmäßig vorgehen, unabhängig davon, welche Methode gewählt wird.

2.1.2. Die Methoden der Marktforschung
2.1.2.1. Die primäre Marktforschung
Wenn alle sekundärstatistischen Quellen erschöpft sind, ist die Primärforschung sinnvoll. Diese kann durch verschiedene Methoden geschehen.
Die häufigste Methode ist die Befragung von Gästen. Die Gäste können entweder mündlich/persönlich oder telefonisch durch Interview oder schriftlich durch Fragebogen befragt werden. Es gibt Gästebefragungen im Zielland, am Urlaubsort oder im Verkehrsmittel, Domizilbefragungen im Herkunftsland und Konkurrenzbefragungen bei Urlaubern während ihres Aufenthalts in Konkurrenzgebieten.
Die Beobachtung bedeutet, dass der Sachverhalt aus dem Verhalten des Untersuchungsobjektes ermittelt wird. Der Beobachter kann z.B. einen Testurlaub im Konkurrenzgebiet machen.
Die Panel-Mehrfacherhebungen werden fortlaufend über den gleichen Erhebungsgegenstand beim gleichen Personenkreis durchgeführt. Der Nachteil dieser Methode besteht in dem sog. „Paneleffekt”: der schon öfters Interviewte weiß, was von ihm erwartet wird, und reagiert dementsprechend.
Der Testmarkt ist ein geographisch abgegrenztes Gebiet, wo die Marketinginstrumente eingesetzt werden und der Erfolg gemessen wird. Diese Methode ist sehr gut geeignet z.B. für die Messung von Anfragen und Buchungen aufgrund einer Anzeigenserie.
In der Omnibusbefragung lassen mehrere Auftraggeber dieselbe Zielgruppe über verschiedene Themen befragen.
Beim Polaritätsprofil werden gegensätzliche Eigenschaften eines bestimmten Meinungsgegenstandes einer Bewertung unterzogen.
Bei der Konkurrenzbefragung (der Befragung von Urlaubern in Konkurrenzgebieten) kann intensiv auf den Fragenkomplex eingegangen werden, warum dieses Gebiet und nicht die eigene Region gewählt wurde.

2.1.2.2. Die sekundäre Marktforschung
Diese Methode ist kostengünstiger, aber die Informationen können nicht unmittelbar für den konkreten Untersuchungszweck verwendet werden. In dieser Methode können:
allgemeine Veröffentlichungen über den Tourismus: Reiseanalysen, statistische und andere Berichte, Studien usw.
Unterlagen im Fremdenverkehrsort: Meldestatistik, Vermieterliste, Liste der sonstigen Einrichtungen für Gäste, Liste der Vereine, frühere Marktforschungen usw.
Unterlagen im Fremdenverkehrsbetrieb: Gästebuch, Gästekartei, Übernachtungs- und Umsatzzahlen, Notizen über Beobachtungen, Beschwerden, ausgewertete bisherige Fragebögen usw.
untersucht werden.

Die Marketinginstrumente
Zu einer professionellen Marketingpolitik braucht man die Marketinginstrumente, nämlich: Angebotspolitik, Preispolitik, Absatz- oder Distributionspolitik und Kommunikationspolitik (Verkaufsförderung/Sales Promotion, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations). Die optimale Kombination der einzelnen Marketinginstrumente zu finden, bezeichnet man als Marketing-Mix, das aus kontrollierbaren Variablen besteht, die ein Unternehmen zur Beeinflussung der Zielmärkte und Kundenreaktionen verwendet.

Die Angebotspolitik
Die Angebotspolitik ist am wichtigsten im Marketing. Erst wenn ein entsprechend attraktives Angebot vorhanden ist und gezielte Angebotspolitik betrieben wird, kann Marketing sinnvoll eingesetzt werden. Die Angebotspolitik wird durch die ständige Beobachtung der Gästewünsche und die sich daraus ergebende Suche nach neuen Produkt- und Leistungsideen, die Entwicklung von neuen Angeboten und die Aufgabe von nicht mehr gefragten Leistungen geprägt. Um die Attraktivität eines Angebots zu verstärken, soll es sich nach Möglichkeit durch Originalität von der Konkurrenz abheben und eine Einzigartigkeit am Markt erreichen.

3.2.Die Preispolitik
Mit der Preispolitik wird versucht, über den Preis für die touristischen Leistungen möglichst viele Gäste zu gewinnen. Die Preisgestaltung ist im wesentlichen abhängig von:
Umfang und Qualität der Leistung und der damit verbundenen
eigenen Kostenrechnung des Anbieters
Marktlage, Nachfrage und Ausgabebereitschaft der Gäste sowie
Konkurrenzlage und Marktform (Monopol, Oligopol, Polypol).
Als preispolitisches Instrument wird vor allem die Preisdifferenzierung angewandt. Dabei werden für etwa die gleichen Leistungen nach Saisons, Zielgruppen, Buchungsmengen usw. unterschiedlich hohe Preise angesetzt, um die Auslastung zu verbessern.

3.3.Die Absatzpolitik/Distributionspolitik
Sie zeigt die Wege auf, über die ein Anbieter seine Produkte absetzen kann bzw. der Gast seinen Urlaub buchen kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen direkten Absatzmethoden (persönliche Buchung im Hotel; über FV-Büro, Buchungsstelle und Reservierungssysteme, Katalog, Messen und Börsen, durch persönliche Kontakte usw.) und indirektem Absatzweg (über Reiseveranstalter, Reisebüros, Busunternehmer etc.).

3.4.Die Kommunikationspolitik
Darunter versteht man die Summe aller Maßnahmen, um ein Produkt oder eine Dienstleistung bekannt zu machen. Die Kommunikation verläuft zwischen Wirtschaft und Endverbraucher und spielt sich als persönliches Gespräch, als gedruckte Botschaft oder als Fernsehbild ab.
Verkaufsförderung (Sales Promotion), Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) sind die drei Teilbereiche der Kommunikationspolitik.

3.4.1.Verkaufsförderung (Sales Promotion)
Zur Verkaufsförderung gehören alle Maßnahmen, die zur Verbesserung oder Erleichterung des unmittelbaren Kaufvorganges ergriffen werden. Einerseits müssen die Kontakte zwischen Verkaufspersonal und Kunden bestmöglich gestaltet und dazu der Wissensstand und die Motivation der Verkäufer angehoben werden. Andererseits muss man die äußeren Bedingungen am Verkaufsort optimieren, z.B. den Verkaufsraum attraktiv gestalten. Im Gegensatz zur Werbung und Öffentlichkeitsarbeit erreicht konsumentenbezogene Verkaufsförderung den Kunden nur am Ort des Verkaufs, sie soll dort den Verkaufsakt einleiten helfen. Die verkaufsfördernden Maßnahmen können sich direkt an den Endverbraucher oder an die Absatzorgane, insbesondere an die selbständigen Absatzmittler (Reisebüros) richten.

3.4.2.Die Werbung
Werbung hat im Marketing-Mix die Aufgabe, mit gestalterischen Mitteln und über Kommunikationswege die absatzpolitischen Maßnahmen am Markt zu unterstützen. Durch die Werbung sollen im Tourismus potentielle Gäste bzw. Kunden über das touristische Produkt sowie die Eigenschaften des Unternehmens oder seine besonderen Leistungen informiert werden.
Werbeziele müssen realistisch, also erreichbar sein und sind schriftlich festzulegen, um nach einer längeren Werbeperiode überprüfen zu können, ob das gesteckte Ziel erreicht werden konnte.
Als Werbeobjekt bezeichnen wir das Anliegen des Auftraggebers (das Hotel oder Uralubsregion selbst oder ein bestimmtes Angebot z.B. ein Wellness-Wochenende), für das geworben wird.
Die Werbebotschaft ist die Werbeaussage, also der Inhalt einer Werbung. Die Werbung soll ein konkretes Nutzenversprechen für die Zielgruppe enthalten.
Als Zielgruppe wird ein abgegrenzter Kunden- oder Gästekreis mit gleichen beschreibenden Merkmalen bezeichnet, der mit einer Werbebotschaft erreicht werden soll.
Der Werbeträger ist das Medium, mit dem die Werbebotschaft an die gewählte Zielgruppe herangetragen wird. Hierzu gehören: Internet, Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Broschüren, Hotel- und Reiseführer, Verkehrsmittel, Post, Kino, Rundfunk, Fernsehen, Hausfassaden usw.
Das Werbemittel ist die visualisierte bzw. artikulierte Werbebotschaft, z.B. Internet-Anzeige, Plakat, Prospekt, Werbebrief, Film, Rundfunkspot, Fernsehspot, Leuchtreklame, Briefaufkleber, Kofferetikett usw.
Die Werbeperiode ist der für den Einsatz der Werbemaßnahmen genau festgelegte Zeitraum.

3.4.2.1.Die Arten der Werbung
Nach der Zielsetzung oder dem Anlass werden verschiedene Arten der Werbung unterschieden.
Einführungswerbung (am Beginn des Lebenszyklus eines Angebotes/bei Bekanntmachung einer Angebotsverbesserung z.B. neues Restaurant im Hotel)
Errinnerungswerbung (wenn das Produkt in gleicher oder geringfügig veränderter Form weiter am Markt bleibt/Werbung für die nächste Saison)
Image-Werbung (wenn der Angebotsträger, der Firmenname, die Institution beworben wird z.B. Budapest und Umgebung, Tokajer Region)
Produkt-Werbung (wenn innerhalb einer Firma/Institution ein bestimmtes Angebot beworben wird z.B. Griechische Woche im Restaurant)
angebotsbezogene/verkaufsorientierte Werbung (mit Leistungsbeschreibung und Preis)
zyklische Werbung (wenn das Werbebudget in Relation zum Umsatz steigt und fällt)
antizyklische Werbung (wenn das Werbebudget bewusst gegenläufig zu Konjunktur und Marktentwicklungen angesetzt wird)
Gemeinschaftswerbung (zusammen mit anderen Angebotsträgern)

3.4.2.2.Die Werbeziele
Die festgelegten Werbeziele müssen immer mit den vorgegebenen Marketing-Zielsetzungen des Unternehmens übereinstimmen. Auch die Koordination mit den übrigen Marketinginstrumenten muss sicher gestellt werden. In der Praxis wird nicht nur ein Werbeziel verfolgt, sondern mehrere nebeneinander. Dabei ist es wichtig, dass eine Reihenfolge der Ziele festgelegt wird. Stellt man Werbeziele in einen zeitlichen Rahmen, so können kurz-, mittel- und langfristige Ziele unterschieden werden. Das Wesen der Touristikwerbung ist: Der Umworbene soll das jeweilige Angebot und dessen Eigenschaften kennen, positiv bewerten und kaufen wollen.

3.4.3.Die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations)
Die Öffentlichkeitsarbeit ist eines der klassischen kommunikativen Instrumente der Absatzpolitik. In Abgrenzung zur Werbung wendet sie sich nicht nur an mögliche Käufer (Urlaubsinteressenten), sondern an verschiedene Öffentlichkeiten. Während beispielsweise die Werbemaßnahmen image- und verkaufsbezogen an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet sind, setzt sich die Öffentlichkeitsarbeit mit verschiedenen Personenkreisen auseinander, die für das Ansehen eines Unternehmens im weitesten Sinn von Bedeutung sein können.
Neben den möglichen Kunden richten sich die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit an folgende Personenkreise, Branchen oder Institutionen:
die eigenen Mitarbeiter
der Kapital- und Finanzmarkt
die Repräsentanten der Behörden und politischen Parteien
die Bevölkerung am Unternehmensstandort
der Beschaffungsmarkt
Das wichtigste Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist das Gewinnen von Vertrauen. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht der gute Ruf des Unternehmens. Außerdem will das Unternehmen bestimmte Informationen (Neuigkeiten oder Argumentation) übermitteln, in der Öffentlichkeit mehr Verständnis für die Probleme und Leistungen des Unternehmens erreichen. Schließlich hat die Öffentlichkeitsarbeit das Ziel, möglichst viele Präsenzen zu Gunsten des Unternehmens oder der Leistungen aufzubauen.

8. Die Europäische Union (EU)

Die EU ist ein Verbund von 25 selbständigen Staaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slovenien, der Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Die Fläche beträgt insgesamt ca. 3 987 000 qkm und die Bevölkerungszahl liegt bei ca. 452 Millionen.
Die Mitgliedsstaaten haben vertraglich vereinbart, dass sie in einigen Politikbereichen gemeinsame Beschlüsse fassen, wofür sie auch Organe geschaffen haben: die Kommission, das Parlament, den Gerichtshof und den Rechnungshof.
In anderen Politikbereichen arbeiten die Regierungen eng zusammen, entscheiden aber allein, wobei sie gemeinsame Ziele verfolgen und ihr Handeln aufeinander abstimmen.
In den übrigen Politikbereichen entscheidet jede Regierung allein, aber mit Rücksicht auf die Interessen der anderen Mitgliedstaaten.
Die EU ist kein fertiges Gebilde, der Erweiterungsprozess wurde am 01. 05. 2004 noch nicht beendet. Die Union führt Verhandlungen mit Bulgarien, Kroatien und Rumänien. Ziel ist diese Länder 2007 in die EU aufzunehmen.
Im Zusammenhang mit der Erweiterung taucht immer wieder die Frage auf, wo die Grenzen der EU gezogen werden sollten. Die größte Herausforderung für die Union auf diesem Gebiet bedeutet die Türkei, die offiziell seit Jahren zu den Kandidatenländern gehört, aber die Verhandlungen über ihren Beitritt wurden bis jetzt noch nicht angefangen.

1. Der Weg zur EU
1951 gründeten sechs Staaten (Belgien, die BRD, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande) in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
1957 wurden noch zwei Organisationen, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) gegründet. Aus diesen drei Organisationen wurde die Europäische Gemeinschaft gebildet. Der Vertrag darüber wurde in Rom unterzeichnet, er war der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einem vereinbarten Europa. Die Mitgliedsstaaten beschlossen, bald einen Binnenmarkt, einen gemeinsamen, einheitlichen Markt zu bilden.
1973 traten noch Dänemark, Irland und Großbritannien, 1981 Griechenland und 1986 Portugal und Spanien bei.
1992 wurde in Maastricht der „Vertrag über die Europäische Union” unterzeichnet, der am 01. 11. 1993 in Kraft trat. Durch den Maastrichter Vertrag konnten u. a. die Grundlagen für eine künftige Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) gelegt werden.
Am 01. 01. 1993 wurde der Binnenmarkt verwirklicht, seitdem existiert für die Mitgliedstaaten ein einheitlicher Markt mit freiem Kapital-, Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr.
1995 traten noch Finnland, Österreich und Schweden der EU bei.
1997 unterzeichneten die Außenminister der EU den Vertrag von Amsterdam (Maastricht II). Der Europäische Rat beschloss die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Zypern, Ungarn, Polen, Estland, der Tschechischen Republik und Slowenien.
Ende 2002 wurde für die zehn bestentwickelten Kandidatenländer (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern) das Datum des Beitritts festgestellt, sie sind seit 01. 05. 2004 Mitglieder der EU.

2. Ungarn und die EU
Ungarn gehört seit 01. 05. 2004 zu der Europäischen Union. Es war eine riesige politische und wirtschaftliche Herausforderung für das Land die nötigen rechtlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen zu treffen, um gleichberechtigtes Mitglied der EU zu werden.
Der Erweiterungsprozess verursachte Unstimmigkeiten unter den alten Mitgliedsstaaten, da es immer noch Gebiete mit Entwicklungsrückstand in den einzelnen Ländern gibt. Außerdem konnten die Ängste der Bürger der Union vor der Erweiterung schwer verringert werden. Auch in Ungarn gab es Stimmen, die die Berechtigtkeit der Mitgliedschaft bezweifelt haben.

2.1. Die Phasen der Integration
1985 wurden zwischen Ungarn und der EG Verhandlungen aufgenommen und 1988 kam es zur Unterzeichnung eines Vertrags zwischen ihnen. Ungarn war das erste Land, das so einen Handelsvertrag unterzeichnen konnte, so galt es als Vorbild für andere Staaten.
Seit dem 01. 02. 1994 existiert ein Assoziierungsabkommen zwischen Ungarn und der EU. Seit 1997 wurden mit Ungarn Verhandlungen über den Beitritt zur EU geführt.
Die EU hat eine Heranführungsstrategie ausgearbeitet, die als eine Art Hilfeleistung an die Beitrittspartner – und unter ihnen an Ungarn – betrachtet wird. Sie schließt den weiteren Abbau der Handelsschranken, einen politischen Dialog auf ministerialen Ebenen sowie Projekte, Programme und Unterstützungen ein. Zu letzteren gehören z.B. SAPARD, ISPA und PHARE.
Neben dieser Hilfeleistung hat die EU die Kandidaten immer beobachtet und die Fortschritte ausgewertet. Seit 1999 stellt die EU über die Beitrittsländer einen Länderbericht zusammen, der die Fortschritte und die Mängel im jeweiligen Land enthält.
Aus den aktuellen Länderberichten ging stets hervor, dass Ungarn einer der führenden Kandidaten war und immer gute Chancen hatte, 2004 vollberechtigtes Mitglied der Union zu werden.
Am 13. Dezember 2002 wurden alle Verhandlungen erfolgreich beendet, das war nämlich die Grundbedingung für den Beitritt am 01. 05. 2004.
Am 12. 04. 2003 wurde eine Volksabstimmung über Ungarns Beitritt zur EU im Land durchgeführt. Es waren verfassungsrechtliche Vorbereitungen des Beitritts selbst nötig, aber durch eine Verfassungsänderung mussten auch die rechtlichen Grundlagen der Volksabstimmung geschaffen werden.

3. Die tägliche Arbeit der EU
Auch die Aufgaben der EU lassen sich in drei nebeneinander stehende Aufgabenbereiche unterteilen. Dafür wird häufig das Bild der „drei Säulen” benutzt.
Die erste Säule bilden die Arbeitsbereiche der drei auch nach der Gründung der EU weiter bestehenden Gemeinschaften EG, EGKS und EURATOM. Davon ist die EG am wichtigsten, sie bildet die Grundlage der gemeinsamen Wirtschaftspolitik der EU. Ihre Aufgaben sind im EG-Vertrag zusammengefasst.
Zur zweiten Säule gehört die vertraglich vereinbarte Gemeinsame Außen- und Sichertheitspolitik der Union und ihrer Mitgliedstaaten (GASP). Die Bestimmungen der GASP sind im Vertrag über die EU niedergelegt, nicht im EG-Vertrag.
Die dritte Säule ist die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Justiz- und Innenpolitik, die Bestimmungen dafür sind auch im Vertrag über die EU enthalten.

4. Ziele der EU
- Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts
Das kann durch den Binnenmarkt und die Wirtschafts- und Währungsunion erreicht werden.
- Behauptung der europäischen Identität auf internationaler Ebene
Das heißt, dass die Mitgliedstaaten den betroffenen Ländern gemeinsam humanitäre Hilfe leisten, eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik verfolgen, gemeinsam gegen Terrorismus auftreten, usw.
- Einführung der Unionsbürgerschaft
Die würde die Staatsbürgerschaft ergänzen und den Bürgern der EU eine Reihe von Bürgerrechten und politischen Rechten verleihen.
- Schaffung eines Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes
Dabei kommt z.B. dem freien Verkehr eine bedeutende Rolle zu.
- Erhaltung und Entwicklung des Gemeinschaftsrechts
Dazu dienen verschiedene Rechtstexte und Gründungsverträge.

5. Die Organe der EU
Die EU ist kein Staat, aber funktioniert ähnlich wie ein demokratischer Staat, mit dem Unterschied, dass hier die Verträge die Aufgaben der Union vorschreiben. Die verschiedenen Aufgaben werden von verschiedenen Organen wahrgenommen. Diese sind:
das Europäische Parlament
der Rat der Europäischen Union
die Europäische Komission
der Europäische Gerichtshof
der Europäische Rechnungshof
der Europäische Rat
Das Europäische Parlament wird seit 1979 direkt gewählt, es ist die Volksvertretung der EU. Gewählt werden die Abgeordneten für 5 Jahre (das nächste Mal 2009). Sitz des Parlaments ist Strasbourg. Ungarn wird seit 2004 von 24 Abgeordneten im Parlament vertreten. Unabhängig von den vorgesehenen Erweiterungen werden in der Zukunft höchstens 750 Mitglieder das Europäische Parlament bilden, und auch der kleinste Mitgliedstaat kann mindestens 6 Abgeordneten ins Parlament schicken. Das bisherige "Mitentscheidungsverfahren" wurde zum ordentlichen Gesetzgebungsverfahren der EU. Das Parlament und der Ministerrat sind in der Regel bei der Gesetzgebung gleichberechtigt. Diese Stärkung des Parlaments bezieht sich auch auf den Haushalt der EU. Das Parlament ist die entscheidende Instanz bei der Wahl des Präsidenten der Europäischen Kommission. Damit gibt es erstmals eine direkte Legitimationskette von den Bürgerinnen und Bürgern über das Parlament zur Kommission.
Im Rat der EU, auch Ministerrat genannt, sind die einzelnen Mitgliedstaaten durch Minister ihrer Regierungen vertreten. Hier wird versucht, Kompromisse zwischen den gemeinschaftlichen Zielen und den Zielen der einzelnen Mitgliedsstaaten zu finden. Es ist das Gesetzgebungsorgan der EU. Sitz des Rates ist Brüssel.
Die Europäische Komission entwirft die Gesetze, führt aus, was die Gesetze bestimmen, stellt den Haushaltsentwurf auf, verwaltet die Fonds, hütet die Verträge und wirkt an der Außenpolitik mit. Sie ist also das ausführende Organ der EU. Sitz der Komission ist Brüssel. Zur Zeit sind alle 25 Länder in der Komission vertreten, nach 2014 wird die Anzahl der Komissare zwei Drittel der jeweiligen Anzahl der Mitgliedstaaten nicht überschreiten. Es wird das Prinzip der gleichberechtigten Rotation gelten, so dass jedes Land in zwei von drei Kommissionen vertreten sein wird.
Der Gerichtshof ist für die Gerechtigkeit in der EU zuständig. Er bewahrt und gestaltet gleichzeitig europäisches Recht fort, seine Urteile sind unanfechtbar.
Der Rechnungshof ist zur Kontrolle der Haushaltsverwendungen eingerichtet worden. Von diesem Organ wird geprüft, ob die Einnahmen und Ausgaben der EU rechtmäßig und ordnungsgemäß sind und ob die Haushaltsführung wirtschaftlich ist.
Der Europäische Rat wird in den Verträgen nicht als „Organ” der EU bezeichnet, ist aber die oberste Instanz in der EU. Er besteht aus den 25 Regierungschefs und dem Präsidenten der EU-Komission. Er legt die allgemeinen Leitlinien der europäischen Politik fest. Statt der bisherigen halbjährlichen Rotation wird künftig ein auf zweieinhalb Jahre gewählter Präsident das Gremium der Staats- und Regierungschefs leiten. Es ist grundsätzlich möglich, dass der Präsident der Europäischen Kommission dieses Amt mit übernimmt.

6. Die gemeinsame Agrarpolitik
Die EU-Agrarminister haben am 26. Juni 2003 eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verabschiedet, die die Stützungsmechanismen des gemeinschaftlichen Agrarsektors völlig verändern wird. Die neue GAP wird verbraucher- und steuerzahlerorientiert sein, EU-Landwirten jedoch gleichzeitig die Freiheit lassen, das zu produzieren, was der Markt verlangt. In den kommenden Jahren werden die meisten Beihilfen unabhängig vom Produktionsvolumen gewährt. Um Produktionseinstellungen zu vermeiden, können die Mitgliedstaaten unter genau festgelegten Bedingungen und innerhalb klarer Limits in begrenztem Maße eine Kopplung der Beihilfen an die Produktion beibehalten. Die neuen "einzelbetrieblichen Zahlungen" werden künftig an die Einhaltung von Umwelt-, Lebensmittelsicherheits- und Tierschutznormen gebunden, wodurch die europäische Landwirtschaft wettbewerbsfähiger und marktorientierter und den Landwirten zugleich Einkommensstabilität garantiert wird. Durch eine Kürzung der Direktzahlungen an die größeren Betriebe werden den Landwirten mehr Gelder für Umwelt-, Qualitäts- oder Tierschutzprogramme zur Verfügung stehen.
Um den engen Haushaltsrahmen für die EU-25 bis 2013 nicht zu sprengen, haben die Minister vereinbart, einen Mechanismus für Haushaltsdisziplin einzuführen. Diese Reform dürfte auch die Verhandlungsposition der EU bei den WTO-Handelsverhandlungen verstärken. Die verschiedenen Elemente der Reformvorschläge treten 2004 und 2005 in Kraft. Die einzelbetriebliche Zahlung wird 2005 eingeführt. Mitgliedstaaten, die aufgrund der spezifischen Bedingungen in ihrer Landwirtschaft einen Übergangszeitraum benötigen, können die einzelbetriebliche Zahlung ab spätestens 2007 einführen.

7. Die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)
Am 01. 01. 1999 wurde die dritte Stufe der WWU eingeleitet. Seit diesem Tag werden die Wechselkurse der verschiedenen Währungen in der EU zur gemeinsamen Währung, dem Euro, festgelegt und man kann im bargeldlosen Zahlungsverkehr wahlweise mit Euro bezahlen.
Der Europäische Rat hat 1995 in Madrid beschlossen, dass der Euro spätestens bis 2002 eingeführt werden soll. Seit dem 01. 01. 2002 sind Euro-Banknoten und -Münzen im Umlauf. Bis zum 28. 02. 2002 konnte man die nationalen Währungen und den Euro parallel benutzen, dann wurden die bisherigen Nationalwährungen aus dem Verkehr gezogen. Die Eurozone bilden 12 Staaten: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Auf Grund einer formalen Regelung mit der EU verwenden auch Monaco, San Marino und Vatikanstadt den Euro. Ohne formale Regelung wird der Euro in Andorra, Montenegro und im Kosovo verwendet. Außerdem gilt der Euro in mehreren überseeischen Gebieten und auf Inseln, die zu einem Mitgliedstaat der Eurozone gehören.
Der Stabilitäts- und Wachstumspakt soll verhindern, dass nach dem Eintreten in die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) in der Eurozone übermäßige Haushaltdefizite auftreten. Der Pakt soll sicherstellen, dass die öffentlichen Finanzen in der Eurozone auf gesunde Weise geführt werden, um zu verhindern, dass eine lockere Haushaltpolitik eines Mitgliedstaats über steigende Zinssätze auf Kosten der anderen Staaten gehen und dem Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität der Eurozone abträglich sein könnte. Er zielt darauf ab, eine solide und dauerhafte Konvergenz der Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten der Eurozone zu gewährleisten.
Der Beschluss über den Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde im Juni 1997 vom Europäischen Rat in Amsterdam angenommen.
Die Kriterien des Paktes betreffen die Inflationsrate, das Haushaltsdefizit, die Staatsverschuldung, die Zinsen und die Wechselkursentwicklung in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Um Mitglied der WWU zu werden, müssen sie einander in der wirtschaftlichen Entwicklung ähnlich sein. Die Konvergenzkriterien für die WWU:
Preisstabilität. Der Anstieg der Verbraucherpreise darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durschnittswert der drei Länder mit der geringsten Teuerungsrate betragen.
Haushaltsdisziplin. Das Haushaltsdefizit des Staates darf in der Regel 3 % des Bruttoinlandsprodukts und die gesamte Staatsverschuldung 60% des BIP nicht überschreiten.
Zinsen. Die Zinssätze für langfristige Kredite dürfen nicht höher liegen als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der preisstabilsten Länder.
Währungsstabilität. Die Währung muss in den letzten zwei Jahren vor Eintritt in die Währungsunion gegenüber den anderen EU-Währungen stabil geblieben sein.
Die praktische Umsetzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts beruht im wesentlichen auf zwei Säulen:
Multilaterale Überwachung: Zur Konzertierung ihrer Wirtschafts- und Finanzlage legen die Mitgliedstaaten der Eurozone ein Stabilitätsprogramm vor, in dem die mittelfristige Ziele der öffentlichen Haushalte dargelegt sind und das alljährlich aktualisiert wird.
Verfahren bei übermäßigen Haushaltdefiziten: Dieses Verfahren wird eingeleitet, wenn ein Mitgliedstaat das auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) festgelegte Kriterium der öffentlichen Defizits überschreitet.
Hier soll aber bemerkt werden, dass manche größeren Mitgliedstaaten, wie Deutschland, Frankreich und Italien, die Konvergenzkriterien zur Zeit in Frage stellen. Sie bringen Argumente für die Lockerung der Kriterien, weil diese ihrer Meinung nach ihre wettbewerbspolitischen Ziele und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Es geht hier vor allem um die Haushaltsdisziplin, da diese Länder die in den Kriterien angegebene Grenze des Haushaltsdefizites überschreiten.
Die zehn neuen Mitgliedstaaten können nicht mehr selbst entscheiden, ob sie sich der WWU anschließen möchten oder nicht. Sie müssen die neue Währung einführen – mit der Voraussetzung, dass sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Dies kann aber frühestens 2007 geschehen.
Die Stabilität des Euros zu bewahren, ist die Aufgabe der Europäischen Zentralbank.

8. Die Verfassung der Europäischen Union
Der Entwurf für eine Europäische Verfassung wurde von einem Konvent gefertigt und der Konventspräsident Valéry Giscard d’Estaing hat ihn am 20. Juni 2003 auf dem EU-Gipfel in Thessaloniki den europäischen Staats- und Regierungschefs präsentiert. Fast ein Jahr lang dauerte die Diskussion über den Verfassungsvertrag, schließlich haben die Europäischen Staats- und Regierungschefs auf der Tagung des Europäischen Rates vom 18./19. Juni 2004 in Brüssel eine Einigung über die Europäische Verfassung erzielt. Sie wurde am 29. 10. 2004 von den Staats- und Regierungschefs unterzeichnet.
Die Verfassung wird erst in Kraft treten, wenn sie von allen Mitgliedstaaten ratifiziert worden ist.
Die Europäische Verfassung hat verschiedene Ziele: sie will die Europäische Union demokratischer, effizienter und transparenter machen und den Grundrechtsschutz für die Bürgerinnen und Bürger verbessern.
Mehr Demokratie bedeutet, dass sich die Bürger mehr an den Entscheidungen beteiligen können.
Mehr Effizienz kann erreicht werden, indem das Abstimmungverfahren im Ministerrat vereinfacht, die EU von einem Außenminister vertreten, die Komission verkleinert und der Präsident des Europäischen Rates für zweieinhalb Jahre gewählt wird.
Mehr Transparenz heißt, dass das Prinzip der Öffentlichkeit der Gesetzgebung gilt.
Mehr Grundrechtsschutz sichert die "Charta der Grundrechte der Europäischen Union" als Teil II der Verfassung.
Verbesserung in ausgewählten Politikbereichen bezieht sich auf die Justiz- und Innenpolitik und auf die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.









9. DIE UNGARISCHE KÜCHE

Die Herausbildung der ungarischen Küche

Die Essgewohnheiten und die Esskultur eines Volkes und die Entwicklung dessen Küche hängen eng mit der Geschichte des Volkes zusammen. Im Laufe der Geschichte von Ungarn war nicht nur das Volk, sondern auch die Küche verschiedenen Einflüssen ausgesetzt.

Die Zeit vor der Landnahme

Vor der Landnahme lebten unsere Ahnen von Fischerei, Jagd und sammeln von Früchten und Beeren. Gastronomische Wörter erschienen (zB.: hal, Qz, nyúl usw.). Zubereitungsmethoden sind Braten am Spiess, räuchern, dürren usw. Unsere Vorfahren lebten normalen Hirtleben, und beschäftigten sich auch mit Ackerbau. Zum Kochen benutzten sie Kessel.

Die Landnahme und die folgenden Jahren

Die Essgewohnheiten von dieser Epoche sind nicht so bekannt. Pflanzenbau und Viehzucht (Rind vor allem) war sicher in Mode. Teigwaren verbreiteten sich, dazu brauchte man Weizen, Roggen und Hafer. Salz, Honig und Essig waren die zur Abschmeckung benutzte Gewürze. Bier und Wein war auch bekannt.

Die Regierungszeit von Matthias

Viele Gastronomische Neuheiten kamen in dieser Epoche aus Italien. (Gewürze /Safran, Anis, Dill/; Brot mit Germ wird zubereitet; Knoblauch usw.) Essgewonheiten veränderten sich auch. D.h. zum Beispiel Gabel erschien.

16-17. Jahrhundert

Vielfaltige Küche war die ungarische in dieser Zeit. Ein Kochbuch wurde vom 16. Jahrhundert aus Siebenbürgen gefunden. Das verrät Vieles vom Esskultur dieser Epoche. Butter und Öl wurde zum Kochen benutzt, nicht Schmalz, als später. Milch und Saurer Sahne war verbreitet, aber Zwiebel nicht so. Reichliche Gewürz-nutzung war in Mode. Es gab eine Menge Zubereitungsmethode ( Beizen, Dünsten, Rösten, Panieren usw. )

Türkenherrschaft und 18. Jahrhundert

Kaffe, Maism Paprika und Tabak erschien in dieser Zeit. Reis, Zucker, Vanille, Schokolade und Sahne wurde in Kochbüchern erwähnt. Schweineschmalz zum Kochen verbreitete sich. Speisen wurden mit Meerrettich, Kümmel, Anis, Petersilie, Kartoffel und Tomaten fertiggemacht. In Nordwestlichen Teilen des Landes herrschte die Österreichische Wirkung, d.h. die Traditionen der Französischen Küche.

Das 19. Jahrhundert

Die ungarische Küche war weltweit bekannt. Paprika wurde zu fast allen Gerichten gegeben. Die Einfluss der französischen Küche war spürbar. Bauerische Küche war ganz anderes.

2. Die ungarische Küche heute

Vielfalt der Rohstoffe und der Zubereitungsmethoden ist charakteristisch. Das charakteristischste Element in der ungarische Küche ist Schweineschmalz. Zwiebel, Gewürzpaprika, Schmalz und oft saurer Sahne wurden oft gleichzeitig verwendet. Pörkölt, Gulasch und Paprikasch werden auch so gemacht. Kürbis und Kohlrabi ist sehr beliebt. Majoran, Knoblauch, Dill, Kümmel und Petersilie ist oft verwendet. Unter Fleischsorten dominiert Schweinfleisch, aber Geflüger wird immer mehr beliebt. Der Geschmack wird oft durch geräucherten Speck ( Kolozsvári ) oder geräucherte Wurst ( Gyulai ) verbessert. Die Nutzung von Gänseleber ist auch typisch ungarisch. Unter Zubereitungsmethoden ist Schmoren (párolás) am Wichtigsten. Bei der Zubereitung von Suppen wird die Anwendung der Mehlschwitze (rántás) oft genutzt.
Es gibt viele regionelle gastronomische Traditionen.

Der Weinbau in Ungarn

Ungarn ist sehr ideal für Weinbau. Es gibt 22 grössere Weinbaugebiete. Der Weinbau hat hier römische Traditionen. Von den Türken wurden fast alle Weinregionen zerstört. Im 19. Jahrhundert wurde Weinbau modernisiert. Berühmt sind Tokajer ( Im 16. Jh.: „Der König der Weine, der Wein der Könige” ).

Die Weinbaugebiete in Ungarn

Csongrád
Kadarka, Zweigelt

Hajós-Baja
Cabernet-Franc, Kadarka

Kunság
Cserszegi „ Würziger”, Tausendgut

Ászár-Neszmély
Irsai Olivér, Chardonnay

Badacsony
Grauer Mönch, Blaustängler
Die Weine sind aromatisch, haben ein intensives Bukett. Die Traube hat ein natürlichen Zuckergehalt

Balatonfüred-Csopak
Tramini, Chardonnay, Merlot

Rande des Balatons
Chardonnay, Grüner Velteliner

Etyek-Buda
Chardonnay, Sauvignon Blanc

Mór
Tausendgut, Traminer

Pannonhalma-Sokoróalja
Traminer, Rheinriesling

Somló
Schafschwanz, Furmint
Grösste Vergangenheit hat diese Weinbaugebiet. Es ist die kleinste in Ungarn. Die Schafschwanz ist „der Wein der Hochzeitsnächte”

Sopron
Blaufränkischer, Zweigelt

Südbalaton
Chardonnay, Königstochter

Mecsekalja
Chardonnay, Zirflandler

Szekszárd
Merlot, Blaufränkischer

Villány-Siklós
Blauer Portugieser, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon
Das günstigste Gegebenheiten in Ungarn. Weine mit feinster Qualität

Bükkalja
Cserszegi „Würziger”, Blaufränkischer

Eger
Blauer Portugieser
Stierblut ist eine berühmte Wein. Es wird aus mehreren Weinsorten gekeltert, hat einen hochen Alkoholgehalt.

Mátraalja
Chardonnay, Muskat Ottonel

Zala
Rieslingsilvaner, Welschriesling

Tolna
Traminer, Sauvignon Blanc

Tokaj-Hegyalja
Furmint, Oremus, Gelber Muskateller
3 wichtige Tatsachen der Qualität: der vulkanische Boden; warme Sommer und Herbst; Anbau entsprechender Rebsorten. Berühmt ist Aszú und Samorodner




10. DIE DEUTSCHE KÜCHE

(Nem muszáj erröl beszélnie senkinek, de ez tünik a legegyszerübbnek azért dolgozom ezt ki! Akinek nem tetszik az *********! ()

Die deutsche Küche

Es existiert keine einheitliche deutsche Küche, wofür es mehrere Gründe gibt.
Das Land ist gross, so gibt es grosse Unterschieden
Bis 1871 gab es keine einheitliche Deutschland
die benachbarte Völker, vor allem aus Östen, übten auf die ~ Wirkung
Völker aus dem dritten Welt und aus Europa kamen, hier zu arbeiten. Sie öffneten Restaurants
Deutsche ist reiselustiges Volk – viele importlebensmittel
Industrie- und Agrargebiete haben verschiedene Traditionen
Viele halb-, koch-, küchen-, und tishcfertige Speisen

Zutaten, Speisen, Getränke

Butter, Pflanzenöl und Margarine und in Bayern auch Schmalz wird verwendet. Pfeffer, Zimt, Muskatnuss wird als Gewürze benutzt. Créme-Suppen, Brühen, Fleischsuppen sind beliebt. Gefüllte Eier, Aufschnitt und Meeresfrüchte ist die charakteristische Vorspeise. Fisch und Fleisch ( oft mit braune Sauce ) ist die Hauptgerichte. Salzkartoffeln, Kartoffelklösse und Sauerkraut ist die echte Beilage. Torten, Kuchen, Mehlspeisen und Gebäcke sind die populäre Desserts. Bier und Kaffe sind die charakterisische Getränke.

Mahlzeiten

Butter, Brotsorten, Aufschnitt, Gebäck, Müsli, Cornflakes und Obstsäfte werden zum Frühstück verzehrt. Suppe ist nicht charakteristisch bei Mittag, werktags aber Eintopf doch. Zum Abend ein kaltes Imbiss, d.h. Brot, Wurst, Käse wird gegessen.

Regionen und die charakteristische Speisen


Norddeutschland charakterisiert Fisch und andere Meeresfrüchte. Heringssalat mit saurer Sosse ist eine beliebte Vorspeise. Fischsuppe, Eintopf und Gemüsse/Kartoffel isst man als Hauptgericht
Berliner Spezialitäten sind Eisbein, Schweinshaxe mit Sauerkraut.
In Westfalen verlangt das herbere Klima kräftige Kost. Ländliche Gerichte herrschen.
Die Varianten der Spargel sind beliebt links und rechts des Rheins. In der Pfalz am Rhein gibt es gute Weinbauen.
Im Schwarzwald isst man Speck und Schinken und Schwarzwälder Zwiebelsuppe. Beim Frühstück darf der Honig nicht fehlen
Im Bodensee lebt der Felchen ( hal, de nemtom milyen ), der aus der Familie der Lachse stammt. Er wird oft gebraten serviert. Gute Weinbauegebiete sind hier, und nörden ist das Land der Spätzle und Maultaschen (ezek híres? kaják)
Nördlich der Donau isst man man wählerischer als im Süden. Nürnberger Bratwurst ist sehr berühmt.
In Bayern ist Knödel aus Kartoffel oder Semmel und Bratwurst der Trend. Davor ein Leberknödelsuppe passt gut. Schweinshaxe und Münchener Weisswurst ist auch populär.

Getränke

Bier ist das Nationalgetränk. Das Reinheitsgebot von 1516, eine gesetzliche Vorschrift, schreibt vor, dass zum Brauen von bier nur aus erste Gerste gewonnener Malz, Hopfen, Wasser und Hefe verwendet werden dürfen!!!!!!!!!!!!!

Deutschland hat in erster Linie Weissweine. Bekannt sind Rheintäler und Elbetäler Weine.




11. GASTRONOMISCHE EINHEITE UND BERUFE

Das Geschäftnetz des Gastgewerbes


Gruppierung der gastronomischen Einheiten

Die gastronomischen Einheiten können
nach ihrem Niveau und
nach ihrem Angebot gruppiert werden.

Die Kategorisierung der gastronomischen Einheiten

Kategorisierung ist die Gruppierung der Einheiten neach ihrem Niveau. Zur Zeit gibt es 4 Kategorien in Ungarn ( I. – IV. )
Diese Einstufung erfolgt nach personellen und technischen Kriterien. Dabei sind auf die folgenden Gesichtspunkte zu achten:
Die Umgebung, das äussere Erscheinungsbild, und die innere Einrichtung
Das einheitliche Besteck und Gedeck, und ihr Qualität
Das Speise- und Getränkeangebot
Die hygienische Vorschriften

Die Einstufung soll jede 3 Jahre erneuert werden. Die Gäste sollen von der Einstufung informiert werden.

1.2 Gruppierung nach Angebot


Die Erwartungen der Gäste ist ganz verschieden. Es hängt vom Alter, Beruf usw. Ab, welche Dienstleistungen sie erwarten.

Die Gesamtheit der im Geschäft umgesetzten Waren und der im Geschäft ausgeübten Tätigkeiten nennen wir Angebot. Danach unterscheiden wir:

Geschäfte mit warmer Küche
Konditorei
Drinkbar, Weinstube, Kneipe
Sonstige Gastronomiebetriebe
Vergnügungslokale mit Musik
Arbeitsplatzgastronomie

Geschäfte mit warmer Küche

Diese bieten warme und kalte Speisen, Konditoreiwaren, alkoholische und alkoholfreie Getränke. Die Speisen werden oft an Ort und Stelle zubereitet.

Restaurant:

Eines der charakteristischsten Typen. Kann gruppiert werden:
nach der Absatzmethode
traditionelle Restaurant
Selbsbedienungsrestaurant

nach der Auswahl
internationales Restaurant
Nationalrestaurant
Rest. für besond. Ansprüche (z.B.: vegetarier)

Gaststätte:

Sie ist meistens kleiner als ein Restaurant, vor allem für die Befriedigung der Bedürfnisse der heimischen Verbraucher errichtet, mit familiärer Stimmung, bietet ungarische Speisen und manchmal auch Hausmannskost an.

Bierstube:

Spzielle Art der Gaststätte. Neben warme Küche gibt es noch Imbisse, „Häppchen” zum Bier.


Tscharda:

Bewährt alte Traditionen der Gastronomie. Hier wird für die Gäste eine Zeitepoche, oder ein Beruf, eine Lebensweise mit originaler Einrichtung, Stimmung und Auswahl vorgestellt (z.B.: „Betyaren-Tscharda”).

Kaffeehaus/Café:

Budapest war sehr berühmt für seine Bäder und seine Cafés. Es gab Cafés für alle Gesellschaftliche Schichten und für alle Berufe. Es gab und es gibt besondere Dienstleistungen in einem Café (Schach, Karte, Zeitungen). Man kann hier längere Zeit verbringen.

Konditorei
In den Konditoreien sind Konditoreiwaren und kalte Speisen zu verkaufen. Kaffeespezialitäten und auch zu den Konditoreiwaren passenden alkoholische Getränke kann man hier finden.

Drinkbar, Kneipe, Weinstube, Getränkeladen

Neben Getränke werden manchmal kleine Imbisse, „Häppchen” verkauft. Weinstube ist spezialisiert für Weine eine Region oder für ein Winzer.

sonstige Gastronomiebetriebe

Zum Beispiel: Espresso, Buffett usw. Hier sind kalte Gerichte, aufgewärmte Halbfertig- und Fertiggerichte, Konditoreiwaren usw. Zu finden.

Vergnügunslokale

Unterhaltungsorientiert, mit Musik usw. Beschäftigt. Nachtbar, Tanz- und Nachtlokale, Disco, Varieté usw. Gehören zu ~.

Arbeitsplatzgastronomie

Betrieben, Schulen, Schülerheimen benutzen das. Die sind wie Buffetts, oder wie Imbisse. Z.B.: Mensa, Kantin usw.

Der Absatz im Gastgewerbe

Unter Absatz werden der Verkauf der produzierten und erworbenen Güter und die Erstellung von Dienstleistungen verstanden. Im Gastgewerbe besteht das Spezielle des Absatzes darin, dass er eng mit der vorangehenden Produktion und meistens mit Dienstleistungselementen verbunden ist. Da im Gastgewerbe Speisen und Getränke an ort und Stelle verzehrt werden können, wird hier neben dem Absatz eine Dienstleistungstätigkeit ausgeübt.

Absatzmethoden

Traditioneller Absatz

2 Typen: Gast wird am Tresen oder am Tisch bedient.

Am Tresen bedient: vom Verkäufer bekommt der Gast die Speise, die da verzehrt(elfogyaszt) wird. ( nicht selbsbedienung! )

Am Tisch bedient: durch die Vermittlung des Kellners bekommt der Gast die Speise. Es gibt verschiedene Service Arten:
Schweizer Service ( Tellerservice )
Französische Service
Englischer Service
Russischer Service

Selbsbedienung

Der Gast nimmt die Speise zum Ort der verzehrung. Die Speisen werden visuell am Tresen vorgestellt. Kürzer Aufenthalt, und mehr Empfangsfähigkeit bedeutet das.

Vorteile für den Gast:
visueller Kontakt mit Speisen
Wartezeit ist weniger
Preisniveau ist weniger
Kein „Trinkgeldproblem”

Vorteile für Geschäft:
weinger Fachpersonal
Umsatz kann grösser sein als beim traditonelle Absatz
Grössere Produktivität
Einfachere Abrechnung
Wirkungsvollere Organisation der Arbeitskräfte
Günstige Beeinflussung der Verbrauchergewohnheiten durch das engere Speiseangebot

Nachteile:
das Angebot an frisch zubereiteten Gerichten ist beschränkt
es wird auf eine persönliche Kontakt mit dem Gast verzichtet
die persönliche Wünsche der Gäste können nicht beachtet werden
der Gast kann die Speisen und Getränke leicht verschütten
nur einfaches Besteck und Gedeck wird benutzt

Automatenabsatz

Spezielle Form der Selbstbedienung. Braucht wenig Personal, aber kann 0-24 Uhr in Betrieb sein.

Absatzformen


Ausser den Absatzmethoden werden im Gastgewerbe verschiedene Absatzformen unterschieden.

Á la Carte – System
Diese Absatzforme bietet das grösste Angebot und Niveau. Á la Carte – aus der Karte kann man bestellen

Menüsystem
Der Gast bekommt eine vom Geschäft zusammengestellte Speisereihe.

Vorteile für den Gast und die Einrichtung:
ernährungsswissenschaftliche Gesischtspunkte werden beachtet
im Voraus zusammengestellt werden kann
erleichtert die Arbeit in der Küche
ermöglicht die Regelung der Beschaffung, der Vorbereitung der Herstellung und des Absatzes
wirtschaftlichen Küchenführung
die Einführung von neuen Gerichten ist leichter
die Preisniveau mkann immer angepasst sein

Pflicfhtverzehr

In bestimmten Einrichtungen wo Programme usw. Angeboten werden, kann ein Minimumverzehr pro Gast vorgeschreiben werden.

Gesellschaftsverantstaltungen

Mahlzeiten von Gesellschaften, Empfänge und Cocktailpartys zählen zu den ~.

Absatz ausserhalb der Einrichtung

Lieferservice
Veranstaltungen ausserhald der Einrichtung
Mobiler Verkauf
Verlegung des Verkaufs an einen bestimmten Ort
Verkauf der Produkte an Wiederverkaufer

Berufe in der Gastronomie

Das Personal im Gastgewerbe kann nach drei Gesichtspunkten unterteilt werden.
Nach der Art der Tätigkeit - externes und internes
Nach der Berufsbildung – gelerntes und ungelerntes
Arbeitsrechtlicher – Arbeiter und Angestellte

Für dieses Thema sind externes und internes von Bedeutung

Das externes und internes Personal
Das externe Personal

~ hat direkte Kontakt mit den Gästen.

Restaurantdirektor:
Seine Aufgabe ist die gesamte Organisation des Restaurants.

Maître d’hôtel / Oberkellner
Er hat die oberste Leistung im Service, er empfängt und platziert die Gäste

Sommelier / Weinkellner
Er empfiehlt und erklärt den Gästen die passenden Weine und Käsesorten

Chef de rang / Revier- / Stationskellner
Er ist für den Speiseservice auf seiner Station zuständig.

Zahlkellner
Er stellt die Rechnung aus und kassiert

Commis de rang / Gehilfe
Verantwortlich für die Verbindung zwischen Küche und Station

Commis de vin:
Seine Aufgabe ist die Vorbereitung der Gläser und Getränke

Chef de bar / Mixer / Barmann/Bardame
Führt die Bar, mixt und gibt Getränke aus

Chef de etage / Zimmerkellner
Im Hotel er ist Verantwortlich für Zimmerservice

Schankpersonal
Gibt Speisen und Getränke für das Servicepersonal aus, ergänzt den Tagesvorrat an Getränken und Büffetwaren, erledigt die Abrechnungsarbeiten und kontrolliert die Bons

Zigarettenboy, Büffettfräulein, Garderobefrau und Toilettenfrau gehört auch zum externen Personal.
Das interne Personal
~ hat kein direkten Kontakt mit den Gästen

Die Küchenbrigade

Chef de cuisine / Küchenchef
Leiter der Küche, Verantwortlich für Einkauf, Kalkulation und für wirtschaftliche Küchenführung.

Saucier / Sossenplatz
Bereitet Saucen, Ragouts

Rotisseur / Bratenplatz
Zubereitet Braten, Friteuren und Grilladen

Restaurateur / Á-la-carte-Platz
Verantwortlich für die Zubereitung von Á-la-Carte-Gerichten

Grillardin / Grillplatz
Bereitet Grillgerichte

Poissonier / Fischplatz
Fischgerichten, Krustentieren, Austern bereitet er

Entremetier / Beilagenplatz
Zubereitung von Zwischengerichten, Teigwaren, Eierspeisen, und Beilagen

Potager / Suppenplatz
Zubereitung von Suppen

Legumier / Gemüseplatz
Zubereitung von Gemüse

Gardemanger / Kalte Küche
Bereitet Fleisch vor, stellt kalte Platten und Buffet zusamenn.

Hors-d’-œuvrier / Kalte Vorspeisen
Zubereitung von kalten Vorspeisen

Boucher / Küchefleischhauer
Vorbereitung von Schlachtfleisch, Wild, Geflügel

Patissier / Küchenkonditor
Warmen und kalte Süssspeisen bereitet er

Regimier / Koch für Diätspeisen
Zubereitung von Diätessen

Tournant / Wechselkoch
Ersatzmann

Chef de garde / Wachposten
Überwacht verschiedene Arbeiten

Das Magazinpersonal und das Kellerpersonal

Magazinverwalter / Magazin-Beschliesserin
~ kontrolliert die eingehenden Waren und überwachen ständig den Bestand

Kellerverwalter
Seine Aufgabe ist die Verwaltung des Getränkelagers, die Übernahme, Kontrolle, Lagerung und Ausgabe der Getränke.


12. HOTELLERIE

Beherbergungsindustrie

Die Beherbergungsindustrie befriedigen die Grundbedürfnisse der Fremdenverkehrsteilnehmer nämlich Schlaf und Hunger.

1. Gruppierung der Beherbergungsindustrie

Gewerbliche Untekünfte werden geschäftsmässig betrieben. Hierzu gehören: Hotel, Gasthof, Jugendherberge, Camping usw.

Nicht gewerbliche Unterkünfte gehören Privatzimmers und Bauernhöfe. Sie müssen offiziell registriert werden.

Die zur traditionelle Hotellerie gehörenden Beherbergungsindustrie verfügen über ein ausgebautes Infrastruktur. Hier können Hotels, Pensionen erwähnt werden

Unter dem Begriff Parahotellerie verstehen wir die zusätzlichen oder ergänzenden Unterbringungsmöglichkeiten.

Es existieren auch sog. Zwischenformen. Die sind Aparthotel, usw.

2. Die einzelnen Beherbergungsindustrie
2.1 Die Betriebe der traditionellen Hotellerie

Hotel: vollständig ausgebaut, über gute Dienstleistungen verfügt

Gasthof: einfacher, aber verfügt über viele Dienstleistungen+

Pension: mit einfachere Komfort, und geschränkte Diensleistungen

Motel: an Autobahnen findet statt, nur über elemente Verpflegung verfügt

Hotel garni: hotelähnlich aber nur Frühstuck anbietet.
2. 2. Parahotellerie
Jugendherbergen bieten vor allem Jugendlichen unter 27 und Familien Unterkunft. Sie verfugen über Zimmer mit mehreren Betten..
Ferienwohnungen werden an Wochenenden, an Feiertagen und in Schulferien touristisch genutzt, aber nicht vermietet.
Camping und Caravaning bieten den Gästen eine Möglichkeit, in eigenen, mitgebrachten oder gemieteten Zeiten bzw. in Wohnwagen oder Wohnmobils zu übenachten.
Privatzimmer sind Teile einer Privatwohnung oder eines Privathauses und werden den Gasten meist ohne Kochmöglichkeit angeboten.
Ein Feriendorf ist eine Garten- oder Parkanlage mit mehreren Gebäuden, die Unterkunft erfolgt in Einzelbungalovws, die Verpflegung findet oft in Gemeinschaft statt.
Zu den Kollektivunterkunften gehoren Vereinsheime, Berghütten und Schützhütten, die vorwiegend Naturfreunden Unterkunft bieten.
3. Gruppierung der Hotelbetriebe
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Gruppierung der Hotelbetriebe.
3. 1. Die Klassifizierung
Die Einteilung der Hotelbetriebe nach der Qualität, also die Klassifizierung ist für die Information für Reiseveranstalter, Reisebüros, Organisationen und Gäste wichtig. Sie erfolgt auf Grund quantitativer und qualitativer Leistungskriterien und durch Sterne.
3. 2. Andere Möglichkeltcn zur Gruppierung
Nach Aufenthaltsdauer – Ferienhotel, Passantenhotel
Nach Standort – Stadthotel, Berghotel usw.

Nach Anbindung an Verkehrsmittel – Flughafenhotel, Bahnhofhotel usw.

Nach Öffnungszeit – Saisonabhängig usw.

Nach Grösse und Leistung

Nach Aufenthaltszweck – Kurhotel, Wellnesshotel, Kongresshotel usw.
4. Die Charakteristika verschiedener Hotelbetriebe

Ferienhotels liegen im Ferienort, verfügen über Sportmöglichkeiten, usw.

Passantenhotels sind Betriebe für einen kurzen Gästeaufenthalt und mit wenigem Komfort.
Ein Stadthotel dient vor allem kurzeren Aufenthalten. die sowohl aus beruflichen Grund auch zur Besichtung oder zum Vergnügen erfolgen
Bergholels befinden sich in den Bergen und dienen langeren Aufenthalten.
Kurholels liegen an Standorten mit besonderen Heilvorkommen
Sporthotels verfügen über Anlagen und Einrichtungen, die für eine sportliche Betätigung notig sind
Kongresshotels sind von hohem Niveau und bieten Platz fur grössere Veranstaltungen
Wellness-hotels sind neuere Erscheinungen unter den Hotelbetrieben. Sie sind wie Kur und Sporthotels.
5. Hoteldienstleistungen
Als Hauptleistungen eines Hotels hat die Hotellerie die Aufgabe. Personen vor allem Unterkunft und Verpflegung zu gewahren. Daneben werden den Gasten auch Dienstieistungen (Nebenleistungen) angeboten.
5.1. Beherbergungsleistung
Dem Gast müssen Erholung, Ruhe, Schlaf, Hygiene gesichert werden.
5.2. Verpflegungsleistungen
Zu diesen Leistungen gehören die Kuchen- und Kellerleistungen, der Zimmerservice, die Minibar oder die verschiedenen Veranstaltungen im Restaurant zur Unterhaltung der Gaste. Es gibt Verpflegungsleistungen in verschiedenem Umfang wie Frühstück. Halb- oder Vollpension.
5.3. Nebenleistungen
Die Nebenieistungen ergnzen die Hauptleistungen. Hierzu zahilen z.B. Garage, Parkplatz, Nebenbetriebe (Shops), usw.

Die Organisation eines Hotelbetriebes
1. Der Aufbau eines Hotelbetriebes
Der Hotelbetrieb hat drei betriebliche Funktionen: Unterbringung, Food and Beverage und Verwaltung.
a) Unterbringung
Hierzu zahlen Zimmereservierung, Gasteankunft (check-in), Gasteaufenthalt, Gasteabreise (check-out) und Etage.
b) Food and Beverage
Zu dieser Abteilung gehören Einkauf, Kuche, Lagerung, Service usw.
c) Verwaltung
Hierzu gehoren Rechnungswesen (Buchhalsung, Kostenrechnung, Statistik), usw.

Die Organisation eines Hotelbetriebes hängt von seiner Grosse und auch von seiner Kategorie ab. Es gibt zwei Systeme fur die Organisation eines Hotelbetriebes: das europ¨sische und das amerikanische System.
1.1. Das europäische System
Es gibt hier drei Abteilungen: die Unterbringungsabteilung (Rezeption, Hallenpersonal, Etagenpersonal), die Verpflegungsabteilung (Service, Kuche. Einkauf) und die Verwaltungsabteilung (Kaufmännische Abteilung. Hilfsabteilung). Dieses System ist vor allem auf die Gästebetreuung ausgerichtet und für Klein- und Mitlelbetriebe charakteristisch.
1.2. Das amerikanische System
Beide Systeme finden wir in der Praxis, aber in den Hotelketten wird das amerikanischie System bevorzugt. Im Vergleich zum europäischen System finden wir hier einige Änderungen.
Dem Hotel steht der GM vor und es gibt noch einen kaufmännischen und einen Wirtschaftsdirektor (F & B Manager) sowie einen Betriebsleiter.
2. Das Personal im Hotel
Das Personal im Gastgewerbe (also auch im Hotel) kann nach drei Gesichtspunkten unterteilt werden.
d) Nach der Art der Tatigkeit unterscheiden wir externes und internes Personal.
e) Nach der Berufsausbildung sprechen wir liber gelerntes und ungelernfes Personal.
f) In arbeitsrechtlicher Hinsicht gibt es Arbeiter und Angestellte.
2.1 Das externe und interne Personal
2.1.1. Das externe Personal
Das exteme Personal hat direkten Kontakt zu den Gasten. Hierzu zahlen das Empfangs- und Hallenpersonal, das Etagenpersonal und das Restaurantpersonal.
2.1.1.1. Das Empfangs- und Hallenpersonai
Die Hauptaufgaben sind:
- Zimmervermietung und alle damit zusammenhangenden Arbeiten
- Gästeaufhahme und Registratur sowie Zuweisung der Zimmer
- Verrechnung der Hotelleistungen
- Erteilung von Auskunften
- Weiterleiten der Post bzw. der Nachrichten
- Gasteverabschieduing und alle damit zusammenhangenden Arbeiten
- Eintragungen in die Gastekartei
Empfangschef - Empfangsdirektor
Er ist fur die gesamte Arbeit des Frontbüros verantwortlich.
Rezeptionist
Er ist die Kontaktperson des Gastes und vor allem für das Ein- und Auschecken verantwortlich.

Journalführer
Hoteljournal und EDV-Arbeiten

Kassierer
Wechselt Geld, druckt Rechnung usw.

Portier
Sorgt für Gepäcktransport, informiert Gäste usw.

Hoteldiener / Bell Captain
Nimmt Gepäcke usw.

Page/Boy
Nimmt Nachrichte usw.
Fahrstuhlfürer
Vor allem in Luxushotels.
Türsteher
Er hilft den Gasten beim Ein- und Aussteigen, regelt die Zu- und Abfahrt der Autos, besorgt Taxis usw.
Telefonistin
Diese Arbeit wird fast immer von Frauen ausgeubt.
2.1.1.2. Das Etagenpersonal
Das Etagenpersonal betreut die Gaste während ihres Aufenthaltes.
Hausdame
Sie ist die ranghochste Frau. Sie ist für die Sauberkeit des Hotels und die Ordnung und das gepflegte Aussehen der Zimmer verantwortlich.

Zimmermädchen
Hat Stationen oder eine Abschnitt, soll da reinigen und Ordnung machen usw.
Hausdiener
Erledigt die schweren Arbeiten
2.1.1.3. Das Restaurantpersonal
Siehe ..Berufe in der Gastronomie"
2.1.2 Das interne Personal
Das interne Personal hat keinen direkten Kontakt mit Gästen
2.1.2.1. Das Küchenpersonal
Siehe: „Berufe in der Gastronomie”
2.1.2.2. Einkauf und Lagerverwaltung
Magazinverwalter
Siehe: „Berufe in Gastronomie”

Kellermeister
Nur in grösseren Hotels zu finden, Er beschäftigt sich mit Weinpflege, -lagerung und -bestellung
2.1.2.3. Verwaltung
Das gesamte Büropersonal gehört hier. Buchhalter, Kaufleute usw.
2.1.2.4.Hilfsabteilung
Hierzu gehoren z.B. das Waschepersonal. Handwerker und sonstiges Personal wie Masseur, Friseur usw.

2.2. Gelerntes und ungelerntes Personal
2.2.1. Gelerntes Personal
Über eine Ausbildung verfügen diese Leute
2.2.2 Ungelerntes Personal
Verfügen über keine Ausbildung, aber brauchen auch keine (Hoteldiener usw.)
2.3. Arbeiter und Angestellte
Diese Unterscheidung ist flir unser Thema nicht relevant.

13. TOURISMUS

1. Tourismus
Der Tourismus ist die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächtlicher und dauernder Wohnort noch Arbeitsort ist.
2. Motivation
Der Tourist hat verschiedene Beweggriinde (Motive) fur eine Reise. Das Zusammem mehrerer Motive wird als Motivation bezeichnet.
Motivationen im Tourismus
physische M.: Erholung, Heilung, Sport
psychische M.: Ausbruch aus der Alltagsisolierung, Zerstreuung, Erlebnisdrang
interpersonelle M.: Geselligkeit, Besuche. Partnersuche
kulturele M.: Kunstinteresse, Kennenlenien anderer Lander. religiose Grunde
Status- und Prestigemtlivationen: Wunsch nach Anerkennung und Wertschatzung
wirtsckaftlicec und poiltische M.: geschaftliche Interessen, dienstiiche Verpflichtigungen, politische Aktivitaten
3. Tourismusarten
Unter Tourismusarten wird die Gliederung der Motive aus der Sicht des Nachfragers verstanden.
Erholungstourismus
-Nah- und Ferienerholung zur physischen und psychischen Regeneration
kulturorientierler Tourismus
-Bildungstourismus (Kennenlernen anderer Kulturen, Sitten und Gebrauche)

gesellschaftsorienlierter Tourismus
-Verwandtentourismus

Sporttourismus
-Tourismus des aktiven und passiven Sports
wirtschaftsorientierter Tourismus
-Geschaftstourismus
-Kongresstourismus
politikorientierter Tourismus
-Diplomaten- und Konferenztourismus
4. Tourismusformen
Unter Tourismusformen wird die Gliederung nach ausseren Ursachen und Einwirkungen
verstanden.
-Herkunft
-Inlands/Binnentourismus, Auslandstourismus
Zahl der Fremdenverkehrsteilnehmer
- Individualtourismus (individuelle Gestaltung von Reise und Aufenthali)
- Kollektivtourismus:
- Massentourismus
- Familientourismus
Alter der Fremdenverkehrsleilnehmer
- Jugendtourismus
- Seniorentourismus
Duuer des Aufernthaltes
- kurzfristiger Fremdenverkehr (Kurzzeittourismus)
- Durchreise- oder Passantentourismus
- Tagungstourismus
- Wochenendtourismus (1 bis 3 Übernachtungen)
- Ferien/Urlaubstourismus

Jahreszeit
- Sommertourismus, Wintertourismus; Hochsaisontourismus
Beherhergungsform
- Hoteltourismus, Tourismus der Parahotellerie
Verwendetes Verkehrsmitlel
- Eisenbahn-. Auto-, Schiffs-, Flugtourismus
Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz
- aktiver Fremdenverkehr
- passiver Tourismus
Finanzierungsart
- Sozialtourismus
- Fremdenverkehr durch Vor- und Nachfinanzierang (Kreditkarten)
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uxus- und Exklusivtourismus
- Jugendtourisrnus
- Seniorentourismus
Reiseform (Art der Organisation der Reise)
- Individualtourismus
5. Die Struktur des Systems Tourismus

ökonomische Umwelt
ökonomische Faktoren, die die Entwicklung des Fremdenverkehrs beeinflussen:
- verfügbares Real-Einkommen
- Einkommensverteilung
soziale Umwelt
Unter sozialer Umwelt wird die gesellschaftliche Ordnung verstanden.
Wohlstandsgesellschaft: steigendes Sozialprodukt und Einkommensverteilung durch den Staat
- Konsumgesellschaft: Konsum zu Lasten des Sparens
politische Umwelt
Sie hängt von der jeweiligen Staatsform ab.
- liberaler Rechtsstaat: freie Staatsbürger, ungehemmte Fremdenverkehrs-
entwicklung
technologische Umwelt
- Verkehrstechnik
- Unterbringungstechnik
ökologische Umwelt
Ökologie ist die Lehre der Beziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt. Unter
Umweltbelastung wird die Veranderung der natürlichen Verhaltnisse, d.h. die
Verschlechterung der Lebensbedingungen fur Menschen, Tiere und Pflanzen in qualitativer
und quantitativer Hinsicht.
6. Vor- und Nachteilc des Tourismus
Vorteile:
-wirtschaftliche Starkung durch Produktion von Waren und Diensten fur
Touristen.
-Verbesserungen des allgemeinen Versorgungsniveaus der Bevölkerung
-Verbesserung der regionalen und kommunalen Ausstattung durch touristische
Infrastruktur
-Nutzung der speziellen Tourismusinfrastruktur durch die einheimische
Bevölkerung
Nachteile:
-Zersiedlung der Landschaft durch Tourismusbauten
-Gefahr der Anpassung von Kunst und Handwerk an den Touristengeschmack
-Landschaftszerstörung
-Störung des etablierten kulturellen und religiösen Gleichgewichts




Berufe im Tourismus

1. Reisebüroassistentin
Vermittelt Gruppenreisen, besorgt Fahrausweise, bucht Unterkunft, informiert Gäste.

2. Der Referent
Erarbeitet Routen, Programme, hilft beim Abschluss von Verträgen

3. Der Fremdenführer
Macht die Gäste mit Sehenswürdigkeiten usw. Vertraut. Verantwortlich für die Führung

4. Der Animateur
Sind verantwortlich für ein ereignisreichen Tagesablauf der Gäste.



































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